Globale Unsicherheiten: Börsen im Abwärtstaumel
Die Turbulenzen an den internationalen Börsen gehen weiter und auch der Dax verzeichnete am Montag erneut einen deutlichen Rückschlag. Die drängende Frage ist, ob diese Abwärtsentwicklung anhalten oder eine baldige Trendwende eintreten wird. Eine Analyse der aktuellen Situation offenbart bedrohliche Wolken am wirtschaftlichen Horizont.
Trotz der Gesprächsbereitschaft von US-Präsident Donald Trump gegenüber betroffenen Nationen, bleibt die US-Regierung hart in ihrer Politik der hohen Extrazölle. Sollte sich diese Haltung nicht ändern und führen Handelspartner wie die EU und China Gegenzölle ein, prognostizieren viele Experten eine dramatische Eintrübung der Weltkonjunktur. Die nervöse Reaktion an den Märkten ist unverkennbar. "Der Verkaufsdruck ist zu Wochenbeginn stark angestiegen", sagt Finanzmarktexperte Andreas Lipkow. Die Unsicherheiten lassen die Gemüter blank liegen und die Aktienaussichten bleiben auf absehbare Zeit trüb.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, bemerkt, dass derzeit niemand in das "fallende Messer" greifen wolle. Die Sorge vor weiteren Gegenzöllen aus Europa sitzt tief. Dennoch sollte man sich vom Rückzug aus dem Markt nicht verleiten lassen, so Experten, da langfristige Marktregeln zur Geduld raten: Krisen aussitzen sollte die Devise bleiben, bis sich die Lage verbessert.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Abwärtstrends an Märkten kein Novum sind. Die Dotcom-Blase im Jahr 2000 und die Lehman-Pleite 2008 waren ähnliche Zäsuren, nach denen sich die Börsen jeweils erholten. Ob ein solcher Turnaround auch diesmal gelingt, bleibt aufgrund der tiefgreifenden Auswirkungen der aktuellen Zollpolitik ungewiss.
Erhebliche Kursverluste verzeichnen vor allem US-Technologiewerte, während nur wenige Branchen verschont bleiben. Für Unternehmen mit global verteilten Produktionsstätten erweist sich die Lage etwas vorteilhafter, da sie Zöllen ausweichen können. Doch ungewisse Aussichten lassen Firmen bei Investitionen zögern und Konsumenten sparen, was die Konjunktur bremst. "Die Unternehmen müssen ihre Gewinnerwartungen zurückschrauben. Wir stehen möglicherweise vor mehreren schwachen Quartalen", konstatiert Molnar.

