Gleichstand an der Spitze: Union zieht mit AfD gleich – neue Bewegung im Parteiengefüge
Union durchbricht die Seitwärtsphase
CDU und CSU legen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt zu und erreichen 26 Prozent. Damit zieht die Union erstmals seit Monaten mit der AfD gleich, die unverändert bei 26 Prozent verharrt.
Zuletzt hatte Insa im August 2025 einen vergleichbaren Wert für die Union gemessen. Ein Gleichstand mit der AfD wurde in dieser Umfrage zuletzt im September registriert. Die jüngste Entwicklung markiert somit eine Trendwende nach einer längeren Phase relativer Schwäche der Union im bundespolitischen Kräfteverhältnis.
Für Kanzler Merz kommt der Aufschwung zu einem symbolisch günstigen Zeitpunkt. Noch Ende Januar hatte er beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn für wirtschaftspolitische Stabilität und Investitionssicherheit geworben – Themen, die offenbar wieder stärker in den Fokus der Wählerschaft rücken.
SPD mit bestem Wert seit November
Auch der Koalitionspartner SPD kann zulegen. Die Sozialdemokraten verbessern sich um einen Prozentpunkt auf 15,5 Prozent. Es ist der höchste Wert in dieser Erhebung seit November.
Damit stabilisiert sich die Regierungskoalition zumindest auf Umfrageebene. Addiert kommen Union und SPD derzeit auf 41,5 Prozent – kein komfortables Polster, aber eine Verbesserung gegenüber den Vormonaten.
Die Grünen verharren stabil bei 11,5 Prozent und belegen weiterhin Rang vier. Eine strukturelle Verschiebung im Mitte-Links-Spektrum ist damit aktuell nicht erkennbar.
FDP rutscht weiter ab – parlamentarische Relevanz in Gefahr
Deutlich kritischer ist die Lage für die FDP. Die Liberalen verlieren einen weiteren Prozentpunkt und kämen laut Umfrage nur noch auf drei Prozent. Damit bliebe die Partei klar unter der Fünf-Prozent-Hürde und würde den Wiedereinzug in den Bundestag verfehlen.
Auch Linke und BSW geben jeweils einen halben Prozentpunkt ab. Die Linke steht bei zehn Prozent, das BSW bei vier Prozent. Die Kategorie „Sonstige“ bleibt unverändert bei vier Prozent.
Die Zahlen im Überblick:
- AfD: 26 Prozent (±0)
- CDU/CSU: 26 Prozent (+1)
- SPD: 15,5 Prozent (+1)
- Grüne: 11,5 Prozent (±0)
- Linke: 10 Prozent (-0,5)
- BSW: 4 Prozent (-0,5)
- FDP: 3 Prozent (-1)
- Sonstige: 4 Prozent (±0)
Politische Implikationen für Wirtschaft und Märkte
Für Investoren und Unternehmen sind diese Verschiebungen mehr als parteitaktische Momentaufnahmen. Ein stabilisierter Kanzler und eine leicht erstarkte Koalition können Reformvorhaben in den Bereichen Haushaltskonsolidierung, Wettbewerbsfähigkeit und Energiepolitik mit größerer politischer Legitimation vorantreiben.
Gleichzeitig bleibt die AfD als gleichstarke Kraft ein struktureller Faktor im politischen System. Die Fragmentierung des Parteiensystems erschwert langfristige Mehrheitsplanungen – ein Aspekt, der für Kapitalmärkte und internationale Investoren von zentraler Bedeutung ist.
Umfragen bleiben Momentaufnahmen
Die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa basiert auf einer Befragung von 2.006 Wahlberechtigten zwischen dem 30. Januar und 2. Februar. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt bei rund 2,5 Prozentpunkten.
Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Sinkende Parteibindungen und zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung der Daten. Zudem bilden Umfragen stets nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab – nicht das Ergebnis eines künftigen Wahltags.
Dennoch sendet die aktuelle Erhebung ein klares Signal: Das politische Kräfteverhältnis in Deutschland ist wieder in Bewegung. Für Regierung, Opposition und Märkte beginnt damit eine neue Phase strategischer Neujustierung.


