Gezieltere Patientensteuerung: Die Pläne der Großen Koalition für Facharzttermine
Die schwarz-rote Koalition plant eine weitreichende Reform im Gesundheitswesen, um den Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten für Kassenpatienten zu verbessern. Zukünftig sollen Patienten in der Regel zunächst eine Hausarztpraxis aufsuchen, die bei Bedarf die Überweisung zu einem Facharzt organisiert. Diese Maßnahme soll lange Wartezeiten verkürzen und eine „Termingarantie“ gewährleisten. Das Konzept sieht vor, dass Hausärzte die erste Anlaufstelle sind und die Weiterleitung an Spezialisten übernehmen. Ausnahmen sind bereits im Koalitionsvertrag definiert, so sollen Frauen- und Augenarztbesuche vom Erst-zum-Hausarzt-Prinzip ausgenommen sein. Ein Dialog mit Vertretern des Gesundheitswesens ist geplant, um die genauen Ausgestaltungen des Systems zu diskutieren.
Die Reform betrifft ein enorm umfangreiches System mit jährlich 578 Millionen Behandlungsfällen in Deutschland. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant, im Sommer den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, das dann ab 2028 greifen soll. Anreize wie Bonusregelungen könnten das System attraktiv machen, während direkte Wege zum Facharzt in bestimmten Fällen mit Gebühren belegt werden könnten. Ein zentraler Vorschlag sieht vor, digitale Voreinschätzungen einzuführen, um Patienten vor dem Praxisbesuch Beratung und erste Einschätzungen zu bieten. Dies könnte über Gesundheits-Apps und Telemedizin erfolgen.
Die oppositionellen Grünen sehen Potenzial in der Reform, warnen jedoch vor Überlastung der Hausarztpraxen. Die geplanten Maßnahmen sollen eine effizientere Versorgung ohne zusätzliche Belastungen der Hausarztpraxen ermöglichen.

