Gerresheimer-Aktie: Hoffnung durch strategischen Verkaufsschritt
Die finanziell unter Druck stehende Gerresheimer AG erlebte einen Kurssprung von etwa fünf Prozent auf 44,56 Euro im morgendlichen Handel auf der Plattform Tradegate, nachdem bekannt wurde, dass der Verkauf ihres Behälterglasgeschäfts neue Perspektiven eröffnen könnte.
Nach dem Rekordhoch von fast 123 Euro im September 2023 erlebte die Aktie eine Abwärtsspirale, die durch gescheiterte Übernahmeverhandlungen im Juli 2025 noch verschärft wurde. Zuletzt belasteten die schwächelnde Nachfrage im Kosmetikbereich und im Segment der flüssigen oralen Medikamente das Unternehmen, was zu einer Reduzierung der prognostizierten Wachstumsziele führte.
Analysten wie Harald Hof von MWB Research verweisen auf die gestiegene Verschuldung durch den Kauf des italienischen Glas-Spezialisten Bormioli und die gestiegenen Finanzierungskosten infolge höherer Zinssätze. Diese finanzielle Lage führte zur Kürzung der Dividende auf das gesetzliche Minimum durch den Vorstand.
Der geplante Verkauf des Behälterglasgeschäfts steht im Fokus, da er erhebliche Einnahmen von schätzungsweise 780 bis 900 Millionen Euro generieren könnte, wie Analyst Alexander Galitsa von Hauck Aufhäuser hervorhob. Dies würde nicht nur die Schuldenlast mindern, sondern auch eine Fokussierung auf weniger kapitalintensive Geschäftsbereiche ermöglichen. Mit diesem Schritt plant Gerresheimer, sich stärker auf die Rolle als System- und Lösungsanbieter für die Pharma- und Biotech-Industrien zu konzentrieren.

