Gerichtsstreit um das Suchtpotenzial: Meta und Youtube im Fokus
In einem richtungsweisenden Prozess in Los Angeles steht das Suchtpotenzial sozialer Medien im Kreuzverhör. Adam Mosseri, der Kopf hinter Instagram, wehrte sich gegen Anschuldigungen, dass Nutzer klinisch süchtig werden könnten. Vergleiche zur Anziehungskraft von TV-Serien zog er heran, wies jedoch eine klinische Sucht strikt zurück. Der Prozessausgang könnte Auswirkungen auf viele ähnliche Klagen haben, die noch in der Schwebe sind.
Die Klage einer jungen Frau, bekannt als KGM, richtet sich gegen die Plattformen Instagram und Youtube sowie andere soziale Medien. Ihr Vorwurf: Die Plattformen seien so aufgebaut, dass sie süchtig machen, was ihre psychischen Probleme ausgelöst habe. Bereits als Kind begann sie mit der Nutzung dieser Dienste und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.
Meta, das Mutterunternehmen von Instagram, wies die Anschuldigungen zurück und machte familiäre Probleme für den seelischen Zustand der Klägerin verantwortlich. Man betont, Maßnahmen zum Schutz der jüngeren Nutzer bereits implementiert zu haben, um Risiken zu minimieren. Möglicherweise wird auch Mark Zuckerberg persönlich in den Zeugenstand treten.
Gleichzeitig verteidigte Youtube seinen Standpunkt und sah sich selbst eher als Streaming-Dienst in einer Liga mit Disney+ und Netflix, nicht als soziale Plattform. Laut eines Vertreters besteht keine exzessive Nutzung durch die Klägerin. Ihr Medienkonsum auf Youtube belief sich auf moderaten 29 Minuten täglich. Weitere beklagte Plattformen wie Snapchat und TikTok gingen bereits vor Prozessbeginn auf einen außergerichtlichen Vergleich ein, dessen Details nicht veröffentlicht wurden.

