Geopolitische Spannungen belasten südkoreanische Wirtschaft: Eine Investition mit Risiken und Nebenwirkungen
Die anhaltenden Handelsgespräche zwischen Südkorea und den USA unter der Trump-Administration haben in der aktuellen Woche inmitten politischer Zweifel für Unruhe an den Märkten gesorgt. Anleger befürchten nun, dass Seoul entweder einen ungünstigen Deal oder möglicherweise gar keine Einigung erzielen könnte.
Der koreanische Won fiel unter die beachtliche Marke von 1.400 pro Dollar, was die Zuversicht der Märkte erschütterte und Tür und Tor für weitere Abwertung öffnete. Den Abverkauf befeuerte eine Aussage des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung, der am Montag erklärte, das Land benötige eine Währungsvereinbarung mit den USA. Diese wäre notwendig, sollte Südkorea den Forderungen Washingtons nach Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Dollar in die USA nachkommen.
Lees skeptische Haltung weckte die Befürchtungen, dass die US-Forderungen eine Finanzkrise wie 1997 oder das Scheitern eines Handelsabkommens auslösen könnten, was einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für die exportorientierte Wirtschaft des Landes darstellt.
Angesichts fehlender Währungs-Swap-Vereinbarungen schätzt KB Securities, dass die direkte Investition von 350 Milliarden Dollar in die USA den Won um 100 Won pro Dollar jährlich in den nächsten drei Jahren schwächen könnte. Dies ist ein Grund, warum Präsident Lee eine Währungs-Swap-Linie mit der Federal Reserve fordert, ähnlich der zwischen Japan und den USA.
Im Gegensatz dazu hält Citigroup unbegrenzte Swap-Linien zwischen Südkorea und der Fed für unwahrscheinlich und verweist auf das FIMA Repo-Facility als Alternative. Sowohl das koreanische Finanzministerium als auch die Zentralbank lehnten eine Stellungnahme ab.
Die derzeitigen Verhandlungen zwischen Seoul und Washington stocken, was für südkoreanische Importe höhere Zölle bedeuten könnte. Erinnerungen an frühere Finanzkrisen und die politische Unsicherheit im Land verstärken die Herausforderungen.
Zusammenfassend wird die potenzielle Handelsvereinbarung von vielen Investoren als nachteilig für die koreanische Wirtschaft gewertet. Ein möglicher Kapitalabfluss könnte den Won weiter unter Druck setzen.

