Generalsanierung der Deutschen Bahn: Versprechen in der Kritik
Die Deutsche Bahn steht vor einem Dilemma bei den groß angelegten Generalsanierungen ihrer Hauptverkehrsstrecken: Ein zentrales Versprechen, nämlich nach solchen Maßnahmen für fünf Jahre keine weiteren Baustellen anzumelden, wankt. Nach Informationen liegen bereits Pläne für Streckensperrungen innerhalb dieses Zeitraums vor. Insbesondere die modernisierte Leit- und Sicherheitstechnik bereitet Herausforderungen. So sollen elektronischen Stellwerke künftig nach Abschluss der Hauptbauarbeiten in Betrieb gehen, doch für einige Strecken plant der Konzern dies erst später. Eine Woche mit Einschränkungen für Reisende wäre dann die Folge, wobei das letzte Wort über die genaue Umsetzung noch nicht gesprochen ist. Auch Sperrpausen für angrenzende Neu- und Ausbauprojekte sind im Gespräch.
Die Ambitionen der Bahn, rund 40 Strecken bis 2036 umfassend zu modernisieren, stoßen intern und extern auf Skepsis. Der ursprüngliche Plan, diese Arbeiten bis 2031 abzuschließen, hat sich bereits verzögert. Dennoch bleiben diese Modernisierungen ein Hoffnungsträger, um die Pünktlichkeit im maroden Schienennetz zu verbessern. Insiderkreise kritisieren die Unzuverlässigkeit der aktuellen Planungen. Vor allem die Ankündigung, dass Generalsanierungen mit längeren baufreien Intervallen verbunden sind, wird infrage gestellt. "Generalsanierungen sollen die Menschen von Baustellen entlasten," betont Dirk Flege von der Allianz Pro Schiene und fordert klare Erwartungen auch vom Bund.
Die Pläne für konkrete Streckensperrungen werfen weitere Fragen auf. Auf der bereits generalsanierten Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird die tatsächliche Umsetzung dieser Ankündigungen derzeit geprüft. Genauso steht es bei Fulda-Hanau sowie weiteren Strecken im Raum, die erneut mit Sperrungen konfrontiert werden könnten. Ob diese Maßnahmen tatsächlich realisiert werden, bleibt abzuwarten.

