Generalsanierung bei der Deutschen Bahn: Versprechen auf dem Prüfstand
Das Vertrauen in die langfristigen Sanierungspläne der Deutschen Bahn wird auf eine harte Probe gestellt. Entgegen ihrer Zusage, nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen mindestens fünf Jahre ohne Beeinträchtigungen durch weitere Bauarbeiten zu operieren, stehen nun mögliche Baustellen im Raum, die eben dieses Versprechen brechen könnten. Informationen der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind geplante Maßnahmen vor allem im Bereich der Leit- und Sicherheitstechnik verantwortlich, die darüber hinaus restriktive Eingriffe in den Fahrplanverlauf nach sich ziehen könnten.
Gründe für diese Abweichungen liegen in der Einführung moderner elektronischer Stellwerke, die als Herzstück der Infrastrukturverbesserung gelten. Zwar soll die Installation dieser Technologie bis zum Ende der Bauzeit abgeschlossen sein, doch genannte Streckenabschnitte wurden bereits für spätere Eingriffe vorgemerkt, um deren Inbetriebnahme erst nachträglich zu vollziehen. Dies könnte jeweils zu einer Woche, möglicherweise sogar längerer, zusätzlicher Beeinträchtigung der Reisenden führen.
Gleichzeitig sieht sich die Bahn verpflichtet, die Branche über ihre Planungen in Kenntnis zu setzen, auch wenn diese vorläufigen Charakter haben und Änderungen vorbehalten sind. Aus Sicht der Deutschen Bahn seien Instandhaltungsarbeiten sowie Maßnahmen im Rahmen der Vegetationspflege entlang der Strecken erforderlich. Zudem können Baupausen dazu genutzt werden, angrenzende Neu- oder Ausbauprojekte planmäßig zu realisieren.
Das ehrgeizige Konzept der Generalsanierung gerät damit ins Wanken, hatten die ursprünglichen Pläne doch von bis zu zehn Jahren Baupause nach jeder Maßnahme gesprochen – ein Ziel, das bereits auf fünf Jahre reduziert wurde. Der Umfang der Bauzeit selbst ist ebenfalls von Änderungen betroffen: Die Renovierung der Strecke Hamburg-Berlin zieht sich mit neun Monaten Bauzeit in die Länge, während ursprünglich ein halbes Jahr angesetzt war. Angesichts dieser Verzögerungen verschiebt sich das komplette Sanierungsprogramm bis ins Jahr 2036.
Diese umfassenden Maßnahmen betreffen rund 40 essenzielle Strecken der Deutschen Bahn. Ziel ist es, das schrumpfende Schienennetz auf ein Niveau zu modernisieren, das den chronischen Verspätungen im Fernverkehr den Kampf ansagt.

