Gemeinsamer Bieter-Krustenbruch: KKR verlässt Übernahmespiel um Gerresheimer
Im Übernahmekarussell um den Verpackungsspezialisten Gerresheimer verengt sich das Feld der möglichen Käufer deutlich. Medienberichten zufolge soll die Beteiligungsgesellschaft KKR das zusammen mit Warburg Pincus gebildete Bieterkonsortium verlassen haben. Diese Nachricht erreichte die Öffentlichkeit über Bloomberg, das sich auf gut informierte Kreise beruft. Bereits im März hatte es Hinweise darauf gegeben, dass andere Interessenten dem Rennen um den Kauf des Unternehmens den Rücken gekehrt haben.
Somit bleibt Warburg Pincus als einziger Interessent übrig, der noch aktiv an den Plänen zur Übernahme des Verpackungsherstellers feilt. Allerdings betonte Bloomberg, dass die Überlegung noch nicht abgeschlossen sei und kein Garant dafür bestehe, dass es tatsächlich zu einem Abschluss komme. Während weder KKR noch Warburg Pincus eine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen abgaben, war Gerresheimer selbst für einen Kommentar nicht unmittelbar erreichbar.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen über ein potenzielles Interesse von Finanzinvestoren an Gerresheimer. Eine mögliche Aufspaltung in die unterschiedlichen Geschäftsbereiche könnte, so der Marktflüsterer, einen Wertzuwachs generieren. Der Konzern stellt nicht nur Glasbehälter für kosmetische Anwendungen her, sondern auch hoch spezialisierte Verpackungen für die Medizin sowie Systeme zur Arzneimittelverabreichung.
Ein weiterer Punkt, der das Interesse von Investoren beflügelt, ist der Erwerb des italienischen Unternehmens Bormioli Pharma, der Ende 2024 abgeschlossen sein soll. Diese Übernahme könnte dazu führen, dass das Behälterglasgeschäft neu ausgerichtet und stärker in den Gerresheimer-Konzern integriert wird. Dennoch, die Anleger reagierten auf die kursierenden Nachrichten gelassen: Nach einem kurzen Absinken erholte sich der Aktienkurs nahezu auf sein Ursprungsniveau.

