Gemeinsame Industriepolitik für erfolgreiche Energiewende gefordert
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) appelliert an die fünf norddeutschen Küstenländer, eine gemeinsame Industriepolitik zu verfolgen, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Laura Pooth, Vorsitzende des DGB-Bezirks Nord, betont die Wichtigkeit von Solidarität und Zusammenarbeit in dieser Zeit der Konkurrenzmentalität. Sie kritisiert das Fehlen einer erneuerten Windenergie-Allianz, eines gemeinsamen Hafenkonzepts und einer übergreifenden Strategie für Wasserstoff-Terminals. Pooth sieht noch viel Raum nach oben.
Laut Pooth haben die norddeutschen Länder das Potenzial, zu einer weltweit anerkannten Modellregion für die Energiewende zu werden. Allerdings sind die fünf Küstenländer einzeln betrachtet deutlich kleiner als beispielsweise Baden-Württemberg oder Bayern. Die Wirtschaftsentwicklung sei nicht so, wie sie sein sollte. Pooth wünscht sich ein solidarisches Handeln der Nordländer, um den Klimawandel sozial gerecht zu gestalten und gute und sichere Arbeitsplätze zu schaffen.
Der DGB betont, dass es jetzt konkret um Schritte geht, nicht nur um beschriebene Ziele. Investitionen in die Zukunft müssen endlich getätigt werden. Es sei eine Mammutaufgabe, die Industrie, die sich über viele Jahre entwickelt hat, in kürzester Zeit klimaneutral umzubauen.
Für Pooth ist soziale Gerechtigkeit eine weitere wichtige Aufgabe bei der Umsetzung der Energiewende. Sie warnt davor, dass diejenigen, die bereits schwer im Leben haben, nicht die Leidtragenden sein dürfen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass sie die Kosten tragen müssen, beispielsweise für den Bau von Lademöglichkeiten oder den mangelnden öffentlichen Nahverkehr.
Schon im Jahr 2022 hatte der DGB eine Studie in Auftrag gegeben, die die Forderung nach einer gemeinsamen Industriepolitik im Norden untermauerte. Diese zeigte viele einzelne Ansätze, aber keine gemeinsame Ausrichtung. Es gab zwar mehr Initiativen und industriepolitische Strategien im Vergleich zu einer vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2011, jedoch fehlte es oft an einem größeren Zusammenhang. (eulerpool-AFX)

