Geheimer Zahlungsmechanismus zwischen Vietnam und Russland aufgedeckt
Vietnam und Russland haben eine kreative Methode zur Umgehung westlicher Sanktionen entwickelt, indem sie Gewinne aus gemeinsamen Öl- und Gasprojekten zur Begleichung von Rüstungsverträgen verwenden. Laut internen vietnamesischen Dokumenten, die der Associated Press vorliegen, kauft Vietnam russische Militärausrüstung auf Kredit und bedient diese Schulden mit seinen Gewinnen aus einem Joint Venture in Sibirien. Diese Praxis soll internationale Finanztransaktionen umgehen und weiterhin Geldzuflüsse ermöglichen, sollte der Sanktionsdruck auf Russland steigen.
Diese Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA ihre Beziehungen zu Vietnam stärken wollen, um den zunehmenden Einfluss Chinas in Südostasien entgegenzuwirken. Gleichzeitig bedroht Ex-Präsident Donald Trump Moskau mit verschärften Sanktionen. Das Wirtschaftskonstrukt verleiht Vietnam strategische Flexibilität, ist jedoch politisch heikel. Interna zufolge birgt der Deal Risiken, die die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen den USA und Vietnam gefährden könnten.
Das Zahlungssystem funktioniert, indem vietnamesische Gewinne zunächst als Rückzahlung an russische Kredite fließen, ohne das übliche internationale Bankennetzwerk zu nutzen. Der Trick besteht darin, dass diese Gelder in Russland an weitere staatliche Unternehmen weitergeleitet werden, um die Sanktionen zu umgehen. Ben Hilgenstock, Experte für Sanktionsregelungen, betont, dass solch ein Mechanismus Schutz vor sekundären Sanktionen bieten könnte, die Ländern drohen, die mit den primär sanktionierten russischen Unternehmen zusammenarbeiten.
Die Frage, wie Vietnam in dieser geopolitisch anspruchsvollen Lage manövriert, bleibt spannend. Russland bleibt trotz wachsender Nähe zu den USA ein wichtiger Partner für Hanoi. Die strategischen Konsequenzen werden in den kommenden Jahren spannend zu beobachten sein.

