Geheimdienst-Schwiegen: Russland und Ukraine setzen auf Diplomatie und Drohnen
Inmitten intensiver diplomatischer Vorbereitungen für Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine heizen militärische Aktionen die Spannungen weiter an. Während diplomatische Delegationen eifrig Akten und Unterlagen für die bevorstehenden Gespräche in Istanbul vorbereiten, entfalten Militärs ihre eigene ganz spezielle Verhandlungsstrategie: Bomben und Drohnenangriffe, die sowohl auf russische als auch ukrainische Ziele gerichtet sind.
Unter der Leitung des ukrainischen Verteidigungsministers Rustem Umjerow wird die ukrainische Delegation am Montag mit dem erklärten Ziel in Istanbul zusammentreffen, einen verlässlichen und dauerhaften Frieden zu erzielen. Das neulich ausgearbeitete Memorandum der Ukraine verlangt unter anderem eine bedingungslose Waffenruhe, die Freilassung Gefangener und die Rückkehr entführter Kinder.
Doch während die Diplomaten reden, lassen Geheimdienste Taten sprechen. Die Ukraine hat in der vergangenen Zeit mehrere russische Militärflugplätze mit Präzision angegriffen, wobei über 40 Flugzeuge inkl. der Typen Tupolew Tu-95 und Berijew A-50 beschädigt wurden. Außerdem wurden russische Bahnlinien Ziel von Explosionen, welche große Unruhe und Verluste hervorriefen.
Kiew bleibt dennoch auf Kurs: Eine Waffenruhe sei der erste Schritt, so Außenminister Umjerow, der auf ein Memorandum von russischer Seite wartet, um sich einer friedlichen Lösung anzunähern. Indes zeigt sich Russland in den Verhandlungen unter Führung von UN-Botschafter Wassili Nebensja zu einer zeitlich begrenzten Waffenruhe bereit – unter Voraussetzungen, die die Ukraine kaum akzeptieren kann.
Forderungen wie das Ende westlicher Waffenlieferungen und die Demobilisierung der ukrainischen Truppen sind für Kiew schwer verdaulich und lassen Zweifel an Moskaus Friedenswillen aufkommen. Derweil hat der Rücktritt des ukrainischen Heer-Kommandeurs Mychajlo Drapatij nach einem verheerenden russischen Raketenangriff auf eine ukrainische Militäreinheit weitere Diskussionen entfacht.
Drapatij übernahm persönlich die Verantwortung für die hohen Verluste, was inmitten der diplomatischen Spannungen Licht auf die internen Herausforderungen wirft, denen die ukrainische Armee gegenübersteht. Mit unterschiedlichem Verhandlungsansatz streben beide Nationen dennoch – zumindest offiziell – eine friedliche Beendigung des Konflikts an.
Ob die Gespräche in Istanbul jedoch mehr als ein diplomatisches Schaulaufen bleiben, wird sich erst zeigen müssen.

