Gaskunden im Fokus: VKU fordert Klarheit beim Ausstieg aus der Erdgasversorgung
In der Diskussion um die Stilllegung von Gasnetzen fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) einen fairen Umgang mit den Gaskunden. Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing warnt vor einem ungeordneten Ausstiegsszenario, welches Unsicherheiten und einen „Flickenteppich“ bei den Verbrauchern hervorrufen könnte. Um dem entgegenzuwirken, sieht der VKU die Bundesregierung in der Pflicht, klare Richtlinien für den geordneten Abschied von Erdgas zu etablieren.
Ein zentrales Anliegen des VKU ist die finanzielle Unterstützung von Hauseigentümern. Der Verband schlägt einen „Umstellbonus“ vor, um die Entkopplung von Gasnetzen zu fördern. Zudem sollen Netzbetreiber anteilig von den Kosten, die durch Stilllegungen und verkürzte Abschreibungszeiträume entstehen, entlastet werden. Hierfür könnte ein „Kompensationskonto“ dienen, damit die finanzielle Last nicht vollständig auf die Endkunden abgewälzt wird.
Eine Umfrage des VKU zeigt, dass beinahe 20 Prozent der deutschen Stadtwerke planen, ihre Gasnetze stillzulegen, um stattdessen auf Fernwärme und Wärmepumpen zu setzen. 46 Prozent der Befragten haben sich noch nicht festgelegt, während 23 Prozent erwägen, auf grüne Gase wie Wasserstoff oder Biomethan umzustellen.
Die Ankündigung zur Stilllegung sorgt unter anderem in Mannheim für Diskussionen, da der Energieversorger MVV plant, sein Gasnetz bis 2035 abzuschalten. Dies ruft Proteste seitens der Bevölkerung hervor, die keine Alternative zur teuren Installation von Wärmepumpen sehen.
Mit dem Ziel einer klimaneutralen Zukunft bis 2045 stehen Stadtwerke und kommunale Energieversorger vor der Herausforderung, ihre Netzstrategien zu überdenken. Der VKU kritisiert jedoch die fehlenden gesetzlichen Regelungen für den Rückbau. Eine zentrale Rolle soll die kommunale Wärmeplanung übernehmen, die in größeren Kommunen bis spätestens 2026 präsent sein soll.
Gestern stand unter dem Eindruck wachsender Erwartungen die künftige Weichenstellung im Bereich Energieversorgung im Mittelpunkt.

