Gas-Superprojekt: Russland und China festigen ihre Energiepartnerschaft
Russland und China intensivieren ihre Energiekooperation und geben dem Megaprojekt "Kraft Sibiriens 2" grünes Licht. Der russische Energieriese Gazprom und die China National Petroleum Corporation (CNPC) haben ein rechtsverbindliches Memorandum über den Bau dieser 6.700 Kilometer langen Gaspipeline unterzeichnet, die durch die Mongolei verlaufen und eine Kapazität von 50 Milliarden Kubikmetern Gas jährlich erreichen soll. Laut Gazprom-Chef Alexej Miller werde der Gaspreis für China günstiger sein als in Europa, was er mit den geringeren Transportkosten begründet.
Zusätzlich haben die beiden Unternehmen eine Erhöhung der Gaslieferungen über die bereits vorhandene Pipeline "Kraft Sibiriens" von derzeit 38 auf 44 Milliarden Kubikmeter pro Jahr beschlossen. Diese Maßnahmen sind Teil eines auf 30 Jahre angelegten Abkommens, das als das "größtes, umfangreichstes und kapitalintensivstes Gasprojekt weltweit" bezeichnet wird. Obgleich Miller keine genaueren Kostenangaben machte, wird ein zweistelliger Milliardenbetrag in Euro vermutet.
Ursprünglich war der Fortschritt der Verhandlungen durch fehlende Preisvereinbarungen gehemmt. Die politischen Spannungen durch Russlands anhaltende Konflikte und westliche Sanktionen hatten den europäischen Markt erschwert und China nutzte dies geschickt aus, um günstigere Konditionen zu verhandeln. Das Projekt rückte in den Vordergrund, als Chinas Bedenken über Unsicherheiten bei Gaslieferungen aus dem Nahen Osten wuchsen, insbesondere aufgrund des amerikanischen Beschusses des Irans während der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Ein genauer Baubeginn für die neue Pipeline ist zwar noch offen, dennoch setzen die jüngsten Entwicklungen ein markantes Zeichen für die erstarkende Energieallianz der beiden Nationen.

