Funksignale in der Insolvenz: Streit zwischen Ligado und Inmarsat
Die Turbulenzen in der Welt der Satellitenkommunikation haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Die insolvente Ligado Networks zieht gegen ihren Vertragspartner Inmarsat vor Gericht, um bis zu 1,7 Milliarden Dollar aus einem spektakulären Spektrum-Leasing-Abkommen aus dem Jahr 2007 geltend zu machen.
Ligado, das vor Kurzem ein Verfahren nach Chapter 11 eingeleitet hat, wirft dem britischen Satellitenunternehmen vor, die Vereinbarung verletzt zu haben, die ursprünglich die Koordination der Nutzung gefragter Funkfrequenzen für Mobilkommunikation zum Ziel hatte. Der Vorwurf: Inmarsat habe es versäumt, notwendige Upgrades an seinem Satellitennetz vorzunehmen, während Ligado durch einen Streit mit der US-Regierung daran gehindert wurde, die gemieteten Frequenzen zu monetarisieren.
Inmarsat weist diese Vorwürfe zurück und bezeichnet die Klage als rechtlich unbegründet und voller „unhaltbarer Anschuldigungen“. Dennoch sieht sich das Unternehmen mit der Behauptung konfrontiert, es habe gewusst, dass die Regierung den geplanten Ausbau von Ligados landbasierten 5G-Diensten verhindern würde, was Ligados wirtschaftlichen Einsatz der betroffenen Frequenzen vereitelt habe.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurden einige routinemäßige erste Schritte für die Restrukturierung von Ligado genehmigt, darunter die Zahlung von Gehältern und der Zugang zu zusätzlicher Finanzierung. Ligado sieht sich in einer komplexen Neuordnung seines milliardenschweren Schuldenbergs.
Alles in allem ist der Fall eine spannende Entwicklung in der Hightech-Welt, die weit über wirtschaftliche Schachzüge hinausgeht und grundlegende Fragen zu vertraglicher Verpflichtung und technologischer Innovation aufwirft.

