Fresenius trotzt Herausforderungen: Optimismus trotz gemischter Aussichten

Fresenius trotzt Herausforderungen: Optimismus trotz gemischter Aussichten
Fresenius hat im vergangenen Jahr dank signifikanter Einsparungen und einer starken Performance seiner Pharmatochter Kabi sowie des Klinikgeschäfts Helios seine Gewinne gesteigert. Unternehmenschef Michael Sen, dessen Vertrag bis 2031 verlängert wurde, zeigt sich zuversichtlich, dass das Unternehmen auch künftig profitabel und nachhaltig wachsen wird.
Gleichzeitig erwartet Fresenius bis 2026 ein moderates organisches Umsatzwachstum von 4 bis 7 Prozent. Experten äußerten jedoch Bedenken über den verhaltenen Ausblick des Staatskonzerns. Die Aktien reagierten unzufrieden auf die neuesten Zukunftsaussichten und fielen um etwa drei Prozent. Dies trotz der Tatsache, dass sich der Aktienkurs in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt hat - ein Ergebnis des von Sen initiierten Umbaus.
Analyst Richard Vosser von JPMorgan betonte, dass Fresenius oft mit konservativen Zielen beginne, diese aber im Laufe des Jahres möglicherweise anheben könnte. Mit Blick auf die Zukunft plant Fresenius, verstärkt auf innovative Lösungen und Digitalisierung im Gesundheitsbereich zu setzen. Besonders interessieren dürften die anstehenden Produkteinführungen im Bereich der klinischen Ernährung und biotechnologischen Nachahmermedikamente bei Kabi. Die Entwicklung in Bezug auf die kürzliche Entscheidung des US Supreme Courts zu Zöllen bleibt abzuwarten.
Finanzchefin Sara Hennicken gab bekannt, dass Fresenius eine neue Kennzahl einführen wird, die den Fokus auf die Wertschaffung für Anteilseigner verstärken soll. Das sogenannte Kernergebnis je Aktie soll 2025 währungsbereinigt um 5 bis 10 Prozent steigen. Die strategischen Maßnahmen unter der Führung von Michael Sen, der im April 2021 zu Fresenius kam, haben das Unternehmen wesentlich umgestaltet. Nicht nur wurden Randbereiche wie die Kinderwunsch-Kliniken verkauft, sondern auch die Bindung an die verlustreiche Tochter Vamed reduziert. Die Entflechtung von Fresenius Medical Care (FMC) wandelte diese zu einer Finanzbeteiligung um. Finanzvorständin Hennicken konnte berichten, dass die Nettoverschuldung in den letzten zwei Jahren um etwa drei Milliarden Euro gesenkt wurde.

