Fresenius: Im Höhenflug dank Kabi und neuer Strategien
Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius zeigt sich weiterhin in robustem Aufschwung. Durch ein rigides Sparprogramm und den Erfolg der Generikatochter Kabi konnte Fresenius im ersten Quartal erneut beeindruckende Ergebnisse vermelden. Auch das Klinikgeschäft in Spanien trug positiv dazu bei. Michael Sen, der seit Oktober 2022 als Konzernchef an der Spitze steht, zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Jahresauftakt 2025: "Wir verzeichnen eine hervorragende Geschäftsentwicklung und halten unsere Prognose für das Gesamtjahr aufrecht", erklärte er.
Obwohl die Aktie von Fresenius nach Veröffentlichung der Zahlen zunächst auf ein Hoch seit 2021 kletterte, zeigte sie sich in der Folge von der allgemeinen Tendenz der Gesundheitsbranche beeinflusst und notierte am Ende nur leicht im Plus. Auf das Jahr gesehen kann das Papier allerdings schon einen Anstieg von über 25 Prozent verzeichnen. Jefferies Analysten lobten das starke erste Quartal.
Michael Sen sieht Fresenius gut gerüstet für mögliche Herausforderungen durch Zölle in den USA. Der Markt ist für das Unternehmen von größter Bedeutung, und durch lokale Produktion von 70 Prozent der Kabi-Produkte sei man weniger von Einfuhrabgaben betroffen. Trotz Unsicherheiten in der Zukunft setzte er auf die Bereitstellung essenzieller, kostengünstiger Generika, die Fresenius eine starke Verhandlungsposition verschaffe.
Der Konzern fokussiert sich darauf, den Umsatz im Jahr 2025 abseits von Sonderfaktoren um vier bis sechs Prozent zu steigern. Bereits im ersten Quartal legten die Erlöse um sieben Prozent auf 5,63 Milliarden Euro zu. Dabei profitierte Kabi sowohl von Biosimilars als auch von klinischer Ernährung und Medizintechnik. Die Helios-Krankenhäuser projizieren Wachstum durch mehr Patienten in Deutschland und hohe Auslastung in spanischen Kliniken, auch wenn das operative Ergebnis durch den Wegfall der Energiehilfen leicht schrumpfte.
Das bereinigte EBIT stieg auf 654 Millionen Euro, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Ein neues Sparprogramm im Klinikbereich soll die Profitabilität weiter steigern und erste operative Beiträge sind bereits sichtbar. Das Ergebnis im Kerngeschäft wuchs um 12 Prozent, wobei Fresenius Medical Care nicht einbezogen wurde.
Mit der Reduzierung des Anteils an Fresenius Medical Care startet Fresenius in eine neue Phase der Transformation. Investitionen fließen in die Innovation des Kerngeschäfts, einschließlich der Biopharma-Pipeline und der Digitalisierung in Krankenhäusern. Über den Verkauf von FMC-Aktien und eine Umtauschanleihe wurde der Anteil auf 25 Prozent reduziert, was 1,1 Milliarden Euro einbrachte.

