Fortsetzung des Dialogs: Deutsche und chinesische Außenminister im Austausch
Im Nachgang zur Aufschiebung seiner China-Reise führte Außenminister Johann Wadephul ein konstruktives Gespräch mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Bei diesem Austausch standen außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitische Fragen im Mittelpunkt, die für beide Länder von signifikanter Bedeutung sind. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin betonte die Einigkeit beider Staaten über den Wert einer stabilen deutsch-chinesischen Beziehung. Der Gesprächspartner aus China nutzte die Gelegenheit, um die Einladung an Kanzler Friedrich Merz sowie an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier feierlich zu erneuern. Beide Außenminister zeigten sich offen für eine Fortsetzung des erfolgreichen strategischen Dialogs, der im Juli begann. Gemeinsam wurde beschlossen, die verschobene Reise Wadephuls zu einem passenden Zeitpunkt nachzuholen.
Wang Yi, der chinesische Außenminister, hob hervor, dass unterschiedliche Kulturgeschichten und Gesellschaftssysteme zwischen Deutschland und China unumgängliche Differenzen mit sich brächten. Er unterstrich die Wichtigkeit des Dialogs zur Klärung von Missverständnissen und zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens. Zugleich warnte er vor einer als 'Mikrofon-Diplomatie' bezeichneten Kommunikation und erinnerte daran, dass die Taiwan-Frage eine interne Angelegenheit Chinas sei. Die Volksrepublik, so Wang weiter, habe die Wiedervereinigung Deutschlands stets unterstützt und wünsche sich im Gegenzug das Verständnis Deutschlands für Chinas territoriale Integrität. Wadephul seinerseits hatte die Reiseverschiebung mit unbestätigten Terminen seitens Peking begründet und bekräftigt, dass die deutsche Regierung faires Handelsverhalten in den Beziehungen zu China sucht.

