Fluggastrekord, aber unter den Erwartungen – Airlines verfehlen Umsatzmarke trotz Passagierwachstum
Die globale Luftfahrtbranche verfehlt 2024 trotz eines neuen Passagierrekords voraussichtlich ihr wichtigstes Umsatzziel. Wie der internationale Airline-Verband Iata auf seiner Jahrestagung in Neu-Delhi mitteilte, werde die Zahl der Fluggäste zwar um vier Prozent auf 4,99 Milliarden steigen – mehr als je zuvor –, jedoch deutlich hinter den im Dezember erwarteten 5,22 Milliarden bleiben. Die Branche korrigierte ihre Umsatzprognose auf 979 Milliarden US-Dollar nach unten und rechnet nun nur noch mit einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Vor allem geopolitische Spannungen und Lieferprobleme in der Flugzeugproduktion belasten die Erholung nach der Pandemie. Die ursprünglich angepeilte Schwelle von einer Billion Dollar Umsatz wird damit nicht erreicht. Auch beim Gewinn zeigt sich die Ernüchterung: Mit nun erwarteten 36 Milliarden Dollar fällt er um 600 Millionen niedriger aus als zunächst kalkuliert. Umgerechnet bedeutet das einen Ertrag von 7,20 Dollar je Passagier und Flugsegment – ein schmaler Puffer angesichts möglicher Schocks wie neuen Abgaben oder konjunkturellen Rückschlägen.
Der Iata-Generaldirektor Willie Walsh kritisierte insbesondere die anhaltenden Lieferengpässe bei Boeing und Airbus. Die verspätete Auslieferung neuer Maschinen zwinge Airlines, ältere, ineffizientere Flugzeuge länger im Einsatz zu halten. Das hemme nicht nur das Kapazitätswachstum, sondern erhöhe auch die Betriebskosten – und frustriere die gesamte Branche.
Parallel zu den Unsicherheiten in der Luftfahrtnachfrage wirkt sich die protektionistische Zollpolitik der USA unter Präsident Trump zunehmend negativ auf den Frachtverkehr aus. Iata prognostiziert für die Cargoeinnahmen einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 142 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine spürbare Zurückhaltung der Verbraucher – vor allem in Nordamerika –, was ebenfalls auf die globalen Handelskonflikte zurückgeführt wird.
Einziger Lichtblick: die gesunkenen Ölpreise, die für Entlastung auf der Kostenseite sorgen. Die Gesamtausgaben der Branche sollen mit 913 Milliarden Dollar um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen – auch hier bleibt man jedoch hinter den früheren Erwartungen von 940 Milliarden Dollar zurück.

