Floridas ultrakonservativer Gouverneur Ron DeSantis zieht sich aus dem republikanischen Vorwahlkampf zurück
Floridas ultrakonservativer Gouverneur Ron DeSantis hat überraschend seine Kandidatur im republikanischen Vorwahlkampf für die Präsidentenwahl zurückgezogen. Stattdessen stellt er sich nun hinter den Favoriten Donald Trump. Damit bleibt Trump nur noch eine einzige parteiinterne Konkurrentin - die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Die anstehende Vorwahl in New Hampshire wird somit zu einem Duell zwischen den beiden. Haley wird jedoch nur geringe Chancen eingeräumt, sich insgesamt gegen Trump durchzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit einer Neuauflage des Wahlkampfs zwischen Trump und dem demokratischen Amtsinhaber Joe Biden bei der Präsidentenwahl im November steigt somit weiter an.
Ron DeSantis gab seinen Rückzug in einem Video auf der Plattform X (ehemals Twitter) bekannt. Er erklärte, dass es für ihn keinen klaren Weg zum Sieg gebe und er deshalb seine Unterstützer nicht um ihre Zeit und Spenden bitten könne. DeSantis galt vor Monaten noch als aussichtsreichster parteiinterner Konkurrent für Trump, verlor jedoch rapide an Zustimmung in den Umfragen. Seine Schwierigkeiten mit Volksnähe und fehlendem Charisma machten ihm zu schaffen. Im Gegensatz dazu war Haleys Aufstieg in den Umfragen bemerkenswert. Sie konnte sich von einem Underdog zu einer ernsthaften Konkurrentin entwickeln. Allerdings liegt sie landesweit immer noch deutlich hinter Trump zurück.
Besonderes Augenmerk richtet sich jetzt auf die Vorwahl in New Hampshire. Dort schneidet Haley in Umfragen besser ab und könnte von einer moderateren Wählerschaft profitieren. Ein starkes Ergebnis in diesem Bundesstaat würde ihr im Duell mit Trump Rückenwind geben. Jedoch könnte ein schwaches Resultat ihre Kampagne empfindlich treffen. Auch die Vorwahl in Haley's Heimatstaat South Carolina Ende Februar wird mit Spannung erwartet. Hier liegt sie jedoch ebenfalls weit abgeschlagen hinter Trump.
Trump hat bereits früh eine dominierende Rolle in diesem Vorwahlkampf eingenommen. Zahlreiche prominente Republikaner haben sich bereits vor Beginn der Vorwahlen zurückgezogen. Auch weite Teile des Parteiestablishments scheinen sich zunehmend mit dem Gedanken abzufinden, dass Trump kaum zu schlagen ist. Für seine Anhänger ist er bereits jetzt der Quasi-Amtsinhaber und verfügt über eine starke Wahlkampf-Maschinerie.
Die Auseinandersetzung zwischen Haley und Trump wird zunehmend schmutziger. Trump greift Haley mit verbalen Attacken an und nutzt ihren Geburtsnamen, um sie zu diffamieren. Haley wiederum stellt Trumps geistige Eignung für eine weitere Amtszeit in Frage. Es wird spekuliert, ob sie möglicherweise als Trumps Vizepräsidentin kandidieren möchte oder sich als Plan B präsentiert, falls Trump wegen der laufenden Strafverfahren stolpern sollte. (eulerpool-AFX)

