Flight Unlimited: Realistischer Flugsimulator für Meta Quest angekündigt
Bislang war der Himmel über der autarken VR-Welt der Meta Quest vor allem von Arcade-Flugspielen bevölkert. Das Studio TAS Systems will diesen Zustand nun mit einer kühnen Ankündigung beenden: Flight Unlimited steht in den Startlöchern, ein VR-Flugsimulator, der exklusiv für Quest-Headsets entwickelt wird und sich bewusst vom leichtfüßigen Gameplay der Konkurrenz abheben möchte. Die Entwickler versprechen eine beeindruckende Auswahl an Fluggeräten, detailverliebte Cockpits und eine anspruchsvolle Flugphysik. Es ist der ambitionierte Versuch, eine ausgewachsene Simulation auf die limitierten Ressourcen einer Standalone-Brille zu zaubern – ein Spagat, der zwangsläufig Kompromisse erfordert.
Ein Hangar voller Träume und ein erster Dämpfer
Die Liste der bestätigten Flugzeuge liest sich bereits wie das Who’s who der Luftfahrtgeschichte und lässt die Herzen von Enthusiasten höherschlagen. Von der majestätischen Boeing 747 über den ikonischen Tarnkappenbomber B-2 Spirit und den wendigen Kampfjet F/A-18 Hornet bis hin zur robusten C-130 Hercules ist für Abwechslung gesorgt. Jedes dieser Modelle soll mit einem eigens für die virtuelle Realität entworfenen 4K-Cockpit aufwarten. Der erste große Wermutstropfen für eingefleischte Sim-Fans folgt jedoch auf dem Fuße: Eine Unterstützung für professionelle Flight-Sticks ist nicht vorgesehen. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über die Quest-Controller, wobei eine Implementierung von Handtracking zu einem späteren Zeitpunkt vage in Aussicht gestellt wird.
Der unvermeidliche Kompromiss bei der Systemtiefe
TAS Systems legt großen Wert auf die Betonung, dass die Flugmechanik einen simulativen Charakter besitzen soll. Phänomene wie ein Strömungsabriss oder das träge Ansprechverhalten schwerer Maschinen sind also Teil der Erfahrung. Wer jedoch auf eine tiefgehende Simulation von Bordsystemen hofft, wird enttäuscht. Komplexe Features wie VOR-Navigation, GPS-Integration oder eine vielschichtige Kommunikation mit der Flugsicherung (ATC) fehlen gänzlich. In einem Reddit-Kommentar gab das Studio offen zu, dass solche tiefgreifenden Systeme aus Budgetgründen nicht realisierbar waren. Die grundlegenden Bedienelemente für Schubregelung, Fahrwerk und Klappen sind selbstverständlich vorhanden, doch der Traum von einem vollwertigen Prozeduren-Trainer platzt an dieser Stelle.
Gestreamte Welten und offene Versprechen
Um die gewaltige Rechenlast der Darstellung großer Terrains zu bewältigen, griffen die Entwickler zu einem cleveren technischen Kniff: Die Spielwelt wird nicht lokal berechnet, sondern permanent aus dem Internet in das Headset gestreamt. Dies ermöglicht weitläufige Landschaften, macht Flight Unlimited aber auch zu einem Titel, der eine konstante Online-Verbindung voraussetzt. Zum Start soll es einen freien Flugmodus sowie verschiedene Flughäfen geben; kampagnenartige Missionen wurden zwar angekündigt, konkrete Details bleiben die Entwickler aber noch schuldig. Zum Einführungspreis von 17,99 Euro könnte dieser Titel dennoch eine spannende Nische für alle füllen, die auf der Quest nach mehr als nur schneller Action suchen.


