Ferrari überrascht mit starken Quartalszahlen und optimistischen Ausblick

Der italienische Luxus-Sportwagenhersteller Ferrari hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres deutlich stärkere Gewinnzahlen präsentiert als erwartet. Vorstandsvorsitzender Benedetto Vigna kündigte an, die Profitabilität des Unternehmens auch im neuen Jahr ähnlich hochhalten zu wollen, wie bei der Bekanntgabe der Ergebnisse in Maranello klangvoll mitgeteilt wurde.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor waren höhere Sponsoreneinnahmen des Formel-1-Teams sowie eine verbesserte Platzierung in der Rennsaison. Während der Absatz in den USA etwas abnehmen könnte, hofft Vigna auf eine Verbesserung des Geschäfts in China.
Anleger reagierten äußerst positiv auf die beachtliche Ertragskraft von Ferrari, was zu einem Kurssprung der Aktie am Mailänder Börsenparkett führte. Das Wertpapier stieg um ganze zehn Prozent auf 310 Euro und erholte sich damit weitgehend von den bisherigen Verlusten des Jahres.
Die Ferrari-Aktie, einst ein starker Performer, hatte unter dem Druck von Handelszöllen und enttäuschenden Quartalszahlen gelitten und war von ihrem Höchststand von fast 500 Euro abgerutscht. Analysten zeigten sich angesichts des soliden Quartals und des optimistischen Ausblicks erfreut.
Der Jefferies-Analyst James Grzinic kommentierte, dass die Perspektiven von Ferrari die Erwartungen übertroffen hätten. Tom Narayan von RBC lobte sowohl das vergangene Quartal als auch die erfreulichen Zukunftsaussichten des Unternehmens.
Trotz der kürzlichen Kursschwäche bleibt Ferrari mit einer Marktkapitalisierung von über 55 Milliarden Euro wertvoller als traditionelle Hersteller wie BMW, Mercedes oder Volkswagen. Selbst der einst erfolgreiche Porsche-Konzern liegt hinter den Italienern.
Ferrari's herausragende Profitabilität hebt das Unternehmen in der Automobilbranche hervor: Fast 30 Prozent der Umsätze verbleiben als Gewinn vor Steuern und Zinsen, während deutsche Hersteller mit einstelligen Gewinnspannen kämpfen. Das vierte Quartal brachte Ferrari ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 700 Millionen Euro, über den Analystenerwartungen.
Der Konzern prognostiziert für das laufende Jahr ein operatives Ergebnis von mindestens 2,93 Milliarden Euro, was einer Steigerung von fast sechs Prozent entspricht. Der Umsatz im letzten Quartal stieg um vier Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.
Während die Verkaufszahlen in Amerika und China leicht zurückgingen, trugen höhere Einnahmen aus Sponsorenshows und die positive Performance des Formel-1-Teams zum Umsatzplus bei. Ein leicht gesunkener Nettogewinn von 381 Millionen Euro war auf höhere Steuern und finanzielle Verluste zurückzuführen.
Ferrari plant, im Jahr 2023 den Marktanteil in Amerika leicht zurückzufahren, während in China neue Modelle hoffnungsvollere Verkaufszahlen versprechen. Der größte Markt bleibt Europa, doch in China, Hongkong und Taiwan sieht das Unternehmen künftig mehr Potenzial.

