Fed-Entscheidung: Uneinigkeit über Inflationsursachen
Das neue Mitglied im Vorstand der US-Notenbank, Stephen Miran, hat in der jüngsten Sitzung der Federal Reserve für eine stärkere Senkung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte plädiert. Dabei bezog er sich auf seine Einschätzung, dass die Importzölle von Präsident Donald Trump keinen nennenswerten Inflationsdruck auslösten – eine Haltung, die in Widerspruch zu den Ansichten von Notenbank-Chef Jerome Powell steht und ihn in eine Minderheitenposition versetzt. Powell verwies auf die bereits eingetretenen Preissteigerungen in einigen Warengruppen, wobei das vollständige Ausmaß der Auswirkungen bisher unklar sei.
Während Miran seine Analysen und Entscheidungen als wirtschaftlich unabhängig charakterisierte, herrscht unter Ökonomen die Meinung vor, dass Trumps Zollpolitik die Preise in den USA anheben könnte. Da sich etwaige Kostenerhöhungen durch Zölle auf die Verbraucherpreise auswirken, besteht die Sorge, dass sie langfristig inflationsfördernd wirken. Trumps unvorhersehbare Zollstrategien sorgen international für Verunsicherung und könnten die Versorgungslage bestimmter Produkte verkomplizieren.
Parallel dazu führt Miran die steigenden Immobilienpreise in den USA auf die Immigrationspolitik der letzten Jahre zurück. Er argumentiert, dass eine massive Zuwanderung zu höheren Wohnkosten geführt habe, was nur durch die Schließung der Landesgrenzen zu korrigieren sei. Diese Ansicht steht im Kontrast zur weit verbreiteten Überzeugung, dass ein Mangel an Arbeitskräften die Produktionskosten in die Höhe treibt und damit auch die Teuerung bei Lebensmitteln und Dienstleistungen.

