Facharzttermine: Geduld der Patienten auf dem Prüfstand
Die kürzlich veröffentlichte Umfrage des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), zuerst berichtet von der Funke Mediengruppe, zeigt ein gemischtes Bild der zeitlichen Versorgung durch Fachärzte für gesetzlich Versicherte in Deutschland. Die öffentlichen Befragungsergebnisse offenbaren, dass 31 Prozent der Befragten mehr als 21 Tage auf einen Facharzttermin warten mussten, während weitere 25 Prozent Wartezeiten von 8 bis 21 Tagen angaben. Erfreulicherweise erhielt jedoch ein beachtlicher Anteil von 45 Prozent innerhalb einer Woche einen Termin.
Trotz der Wartezeiten drücken sich die Meinungen der Versicherten größtenteils positiv aus. 34 Prozent stuften die Wartezeit als genau ihren Vorstellungen entsprechend ein, und 36 Prozent empfanden sie zwar als "noch akzeptabel", was eine gewisse Zufriedenheit gegenüber den Vorjahren signalisiert. Dennoch sahen rund 31 Prozent eine deutliche Verschlechterung, da sie die Wartezeiten als "zu lang" oder "viel zu lang" bewerteten.
Die Umfrage entfacht erneut die Diskussion über die Terminvergabe in deutschen Arztpraxen. Insbesondere die Diskrepanz zwischen gesetzlich und privat Versicherten wird kritisiert. Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Verbandsvorsitzende des GKV, betont die Forderung, die Versicherungsart bei der Terminvergabe außen vor zu lassen, um jedwede Diskriminierung zu verhindern. Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, wirft den Praxen die Bevorzugung von Privatversicherten vor. Heike Baehrens, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, plädiert für eine faire Behandlung aller Patienten und schlägt vor, dass Ärztinnen und Ärzte von nicht notwendigem Verwaltungsaufwand entlastet werden sollten, um die Versorgungseffizienz zu steigern.

