EZB-Ratsmitglied Nagel signalisiert mögliche Zinspause: "Politik der ruhigen Hand gefragt"
In einem kürzlich veröffentlichten Interview hat Bundesbankpräsident Joachim Nagel auf eine potenzielle Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hingewiesen. Der EZB-Rat wird nächste Woche über die weitere Zinspolitik beraten, und Nagel betonte die Notwendigkeit einer "Politik der ruhigen Hand". Er hob hervor, dass geopolitische Unwägbarkeiten und der Handelskonflikt mit den USA derzeit zu einem diffusen Bild bei der Preisentwicklung führen.
Diese vorsichtige Haltung ist nicht neu im EZB-Kreise: Vor Kurzem hatten bereits mehrere Mitglieder, darunter auch Isabel Schnabel, in dieselbe Richtung argumentiert. Seit dem vergangenen Sommer hat die EZB mehrere Zinssenkungen durchgeführt, was nun den Einlagensatz bei einem maßgeblichen Niveau von 2,0 Prozent hält – identisch mit der angestrebten Inflationsrate im Euroraum.
Nagel sieht zudem die Dringlichkeit, die Unsicherheiten aus den Handelsstreitigkeiten schnell zu klären. Diese Gegebenheiten belasten laut ihm die Finanzmärkte und beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum. Eine schnelle Lösung mit den USA erscheine wünschenswert, jedoch nicht um jeden Preis, fügte er hinzu.

