EZB hält alle Optionen für Inflationsmanagement offen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach einer umfassenden Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie ihre Entschlossenheit zur Anpassung an das Inflationsumfeld bekräftigt. Dabei bleibt das Inflationsziel von zwei Prozent bestehen, während gleichzeitig Flexibilität betont wird.
Die EZB unterstreicht die Bedeutung einer entschiedenen geldpolitischen Reaktion bei deutlichen Abweichungen vom Inflationsziel in beide Richtungen. Durch den Erhalt aller geldpolitischen Instrumente und einer „ausreichenden Flexibilität“ hat sich die EZB gewappnet, um Veränderungen der Inflationslage agil begegnen zu können.
Die strategische Neuausrichtung von 2021, bei der das Inflationsziel modifiziert wurde, erlaubt mehr Spielraum und lässt eine Reaktion auf Abweichungen nicht sofort erforderlich erscheinen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Überprüfung eine stabile Grundlage für das Handeln in einem zunehmend unsicheren Umfeld bietet. Die nächste Strategieüberprüfung ist für 2030 geplant.
Ein stabiler Euro bleibt das oberste Ziel der EZB, um die Kaufkraft der Verbraucher zu schützen. Im Mai lag die Inflation im Euroraum bei 1,9 Prozent. Experten rechnen beim nächsten EZB-Treffen mit einer Zinspause.
Für Deutschland verzeichnete das Statistische Bundesamt im Juni eine Inflation von zwei Prozent. Die Ergebnisse der strategischen Überprüfung wurden im Rahmen des EZB-Forums im portugiesischen Sintra verkündet.
Anwesend ist auch Jerome Powell, der Präsident der US-Notenbank, der zuletzt wiederholt in den Fokus der Kritik von Ex-Präsident Donald Trump hinsichtlich Zinspolitiken geraten ist.

