Expo 2035: Eine Chance für Berlin-Brandenburg?

Die Industrie- und Handelskammern Ostdeutschlands setzen sich energisch für die Austragung der Expo 2035 in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ein. In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung von 15 Kammern aus sechs Bundesländern wird die "Strahlkraft" einer solchen globalen Veranstaltung hervorgehoben, die Deutschland umfassend zugutekommen könne. Besonders ein Innovations- und Investitionsschub wird erwartet, der nachhaltig positive Effekte auf die ostdeutschen Länder und darüber hinaus hätte.
Mit einer zweistelligen Milliardensumme an zusätzlichem Wirtschaftswachstum könnte eine Expo einen enormen wirtschaftlichen Impuls bieten. Vor allem der direkte Umsatz, geschätzt auf rund zwei Milliarden Euro, würde Hotellerie, Gastronomie und Handel zugutekommen. Die daraus resultierende Wertschöpfung könnte die ursprünglichen Planungen weit übertreffen.
Die Debatte um einen möglichen Expo-Standort in Berlin-Brandenburg hat zuletzt neue Dynamik gewonnen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner favorisiert eine große Fläche am Rande der Stadt, in der Nähe des Flughafens BER, die größtenteils auf Brandenburger Gebiet liegt. Wegner betont das Potenzial der Region und führt Gespräche mit dem Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Dennoch bleibt unklar, ob die Metropolregion tatsächlich eine offizielle Bewerbung einreichen wird, zumal beide Länder finanziell stark unter Druck stehen.
Während die letzte Expo in Deutschland im Jahr 2000 in Hannover stattfand und die jüngste Veranstaltung 2025 in Osaka, Japan, zelebriert wurde, bleibt abzuwarten, ob Berlin und Brandenburg sich für 2035 positionieren. Die Entscheidung bedarf der Einreichung einer offiziellen Bewerbung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris.
Interessanterweise verkündete Donald Trump im Januar, dass sich die USA mit Miami, Florida, für die Expo 2035 bewerben werden; ein spannender internationaler Wettbewerb zeichnet sich somit ab.

