Evotec veräußert JEB-Anlage an Sandoz: Ein strategischer Schachzug
Evotec, der Hamburger Spezialist für Pharmawirkstoffe, steht aktuell unter Druck aufgrund anhaltend schwacher Nachfrage und den damit verbundenen Herausforderungen wie Unterauslastung und hohen Fixkosten. Zusätzlich belasteten Anlaufkosten der Biotechnologie-Tochter Just-Evotec Biologics (JEB) die Bilanz. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres musste das Unternehmen einen deutlichen Anstieg des operativen Verlustes verzeichnen.
Trotz dieser Herausforderungen konnte Evotec zumindest für JEB eine vielversprechende Lösung finden. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Produktionsanlage der JEB in Toulouse und die JEB-Aktien an Sandoz verkauft werden. Diese strategische Entscheidung nahm der Markt äußerst positiv auf, was sich in einem vorbörslichen Kurszuwachs der Evotec-Aktie um bis zu 9 Prozent widerspiegelte. Der Verkauf an Sandoz fußt auf einer im Sommer getroffenen Vereinbarung, die nun mit der Vertragsunterzeichnung besiegelt wurde.
Für die JEB-Anteile und verwandte Lizenzgebühren zahlt Sandoz etwa 350 Millionen US-Dollar in bar. Evotec erhofft sich durch diesen Deal nicht nur eine finanzielle Entlastung, sondern auch eine Stärkung der Unternehmensfinanzen durch die vorgenommenen Sparmaßnahmen. Im Zuge dieses Verkaufs sank zwar der Umsatz von Evotec in den ersten drei Quartalen um 7 Prozent auf rund 535 Millionen Euro, doch das Defizit konnte durch die Einsparungen und die strategische Veräußerung der JEB-Anlage von 155 auf 118 Millionen Euro reduziert werden.

