Europas Börsen blicken optimistisch auf Nvidia-Entscheidung
Am europäischen Markt keimte am Mittwoch spürbar Zuversicht auf, auch wenn der Startschuss des Tages eher schleppend fiel. Positive Signale der US-Börsen führten letztlich zu einem freundlichen Nachmittag, an dem der EuroStoxx 50 als maßgeblicher Index der Eurozone seinen Wert um 0,13 Prozent auf 5.542,05 Punkte steigerte. Zuvor hatte der Index beinahe fünf Prozent vom Rekordhoch am Donnerstag eingebüßt.
Die Spannung richtet sich nun auf die Quartalsergebnisse und Prognosen des Chip-Giganten sowie KI-Spezialisten Nvidia, die am Abend erwartet werden. Der Markt spekuliert: Wird der Technologieriese positiv überraschen und den KI-Boom befeuern oder die Talfahrt der Aktienmärkte vorantreiben? Analyst Christian Henke von IG Markets bringt die Geschehnisse auf den Punkt.
Der schweizerische Index SMI legte ebenfalls zu und endete mit einem Zuwachs von 0,39 Prozent bei 12.530,62 Punkten. Im Gegensatz dazu musste der Londoner FTSE 100 ein Minus von 0,47 Prozent auf 9.507,41 Punkte hinnehmen.
Die Marktbedeutung der Nvidia-Zahlen könnte mit der einer Inflationsmeldung oder eines US-Arbeitsmarktberichts konkurrieren, wie Analyst Luis Ruiz von CMC Markets feststellt. Der Einfluss des Schwergewichts in den Indizes Nasdaq 100 und S&P 500 könnte erhebliche Schwankungen auslösen.
Eine der wenigen Unternehmensnachrichten des Tages war der Erfolg des Pharmakonzerns Roche, dessen Aktien um 1,3 Prozent stiegen. Die EU-Kommission genehmigte bedingt die subkutane Anwendung des Krebstherapeutikums Lunsumio.
Demgegenüber fiel Vivendi erheblich um fast 14 Prozent, da ein Bericht von 'Le Monde' auf keine notwendigen Ausgleichszahlungen für Minderheitsaktionäre durch die Eponymous Holding von Vincent Bolloré hindeutet.
Die Finanzwerte am Mittwoch verfehlten den Gesamtmarkt. Swiss Re prognostiziert zwar ein Wachstum der globalen Versicherungsprämien, jedoch in einem sich verlangsamenden Tempo, was zu einem Rückgang von 1,6 Prozent führte.

