Europas Banken fordern Bürokratieabbau für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Die Finanzinstitute in Deutschland rufen nach einer Lockerung der bürokratischen Hürden, um im globalen Wettbewerb insbesondere mit den USA nicht ins Hintertreffen zu geraten. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hebt hervor, dass Europa dringend seine operative Flexibilität zurückgewinnen müsse, um auf die zunehmenden geopolitischen Herausforderungen zu reagieren. Der derzeitige Fokus auf detaillierte Regelwerke sei hinderlich.
Marija Kolak, Präsidentin des BVR, betont, dass Europa sich den Luxus kleinteiliger Regulierungen nicht länger leisten könne. Nur durch spürbare Erleichterungen für Unternehmen und die Finanzbranche könne die Region die Investitionen anstoßen, die für Transformationserfolge und Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich seien. Ziel sei nicht die Abschaffung wichtiger Standards, sondern die Entrümpelung von Doppelstrukturen und überflüssiger Komplexität, unter anderem bei Berichtspflichten, die besonders dem Mittelstand zusetzen.
Auch die Privatbanken in Europa fordern einen Regulierungswandel, da die europäischen Banken im Vergleich zu den USA, wo durch neue Regeln erwartete Kapitalfreisetzungen in Höhe von rund 142 Milliarden Euro möglich sind, im Nachteil stehen könnten, so der Bundesverband deutscher Banken (BdB). Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des BdB, verweist auf die geschätzten Investitionen der EU bis 2031, die über fünf Billionen Euro für Verteidigung, Infrastruktur und Transformation erfordern.
Es sei notwendig, Regulierung effizient zu gestalten und Ballast abzubauen, ohne die Stabilität zu gefährden. Ein Vorschlag der Bankenverbände beinhaltet die Abschaffung der EU-Vorgaben zur Kapitalunterlegung von Software-Investitionen, was das Finanzierungspotenzial der europäischen Banken um 220 Milliarden Euro erhöhen könnte.

