Europäisches Parlament streitet über Handgepäck und Flugreiseentschädigungen
Das Europäische Parlament macht Fortschritte bei der Neugestaltung der Passagierrechte für Flugreisende in Europa. Viele Abgeordnete setzen sich dabei entschlossen für das Recht auf kostenloses Handgepäck ein. Eine klare Mehrheit im Verkehrsausschuss stimmte dafür, Passagieren zu erlauben, zwei kleine Handgepäckstücke ohne Zusatzkosten an Bord mitzunehmen. Demnach soll es Fluggästen gestattet sein, sowohl eine kleine Tasche wie einen Rucksack oder Laptop (mit maximalen Abmessungen von 40x30x15 cm) als auch einen kleinen Koffer mitzunehmen. Der Koffer darf maximal 46 Zentimeter hoch sein und die Summe der drei Kantenlängen darf 100 Zentimeter nicht überschreiten.
Des Weiteren strebt das Parlament an, dass Kinder unter zwölf Jahren ohne zusätzliche Kosten neben ihrer Begleitung sitzen dürfen. Bevor diese Vorschläge Realität werden, bedarf es noch einer Einigung mit den EU-Staaten. Parallel dazu nimmt die Diskussion um neue Entschädigungsregelungen bei Flugverspätungen Fahrt auf. Im Mittelpunkt steht ein jahrelanger Entwurf zur Überarbeitung der bisherigen Regelungen.
Die kürzlich von den EU-Staaten vorgeschlagene Änderung, Entschädigungen erst ab vier Stunden Verspätung zu leisten, stößt auf Widerstand, insbesondere aus Deutschland. Die neue Regelung sieht Entschädigungen zwischen 300 und 500 Euro vor, abhängig von der Distanz. Aktuell erhalten Fluggäste bereits nach drei Stunden Verspätung eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro, je nach Flugdistanz.
Der FDP-Vertreter Jan-Christoph Oetjen, ein politischer Hauptakteur dieses Diskurses, kündigte entschiedenen Widerstand gegen die Pläne der EU-Staaten an, da die Abweichung von der Dreistundenregel aus seiner Sicht eine kritische Grenze überschreitet. Viiven Costanzo von der SPD-Faktion und der CDU-Vertreter Jens Gieseke unterstützen diese Position und betonen die Fairness und Zumutbarkeit für die Fluggesellschaften. Erwartungsgemäß werden die Verhandlungen mit den EU-Staaten im Oktober beginnen, mit dem Ziel, bis kurz vor Weihnachten oder Anfang nächsten Jahres abzuschließen.

