Europäische Zentralbank: Bereitschaft zu Zinssenkungen untermauert Marktprognosen
Die Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen sich offen für bevorstehende Zinsanpassungen, die von Marktteilnehmern erwartet werden. Ratsmitglied Klaas Knot äußerte sich in einem Interview positiv zu den Markterwartungen für die kommenden Sitzungen im Januar und März.
Trotz der Bereitschaft zur Zinssenkung betonte der niederländische Zentralbanker, dass eine expansive Geldpolitik derzeit noch nicht notwendig sei. Während die Inflation dem 2%-Ziel näherkommt, sind die EZB-Vertreter darauf vorbereitet, die Kreditkosten um einen Viertelprozentpunkt zu senken.
Dies würde den vier bereits für 2024 geplanten Senkungen folgen. Marktbeobachter prognostizieren, dass der Einlagensatz bis Mitte des Jahres auf etwa 2% sinken könnte – ein Wert, der weder wachstumshemmend noch -fördernd wirkt.
Neben Knot vertraten auch andere Notenbankvertreter ähnliche Ansichten auf dem Weltwirtschaftsforum. Präsidentin Christine Lagarde wird später am Tag über die Wettbewerbsfähigkeit Europas sprechen.
Der französische Kollege Francois Villeroy de Galhau sprach von einem „plausiblen Konsens“ im Rat, dass die Zinsen bei jeder kommenden Sitzung gesenkt werden. In dieselbe Kerbe schlug der slowakische Zentralbankchef Peter Kazimir.
Der Präsident der Bundesbank, Joachim Nagel, äußerte in einem separaten Interview, dass bis Mitte 2025 eine Anpassung der Geldpolitik Richtung neutraler Niveaus realistisch sei.

