Europäische Verteidigung: Ein Balanceakt zwischen Unabhängigkeit und transatlantischer Zusammenarbeit
Die Debatte um Europas Verteidigungspolitik hat neue Facetten bekommen, nachdem die EU-Kommission unter Leitung von Ursula von der Leyen ihre Bestrebungen zur Stärkung der europäischen Eigenständigkeit bekräftigt hat. Diese Äußerungen kamen unmittelbar, nachdem NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit Sakasmus darauf hingewiesen hatte, dass die Abhängigkeit von den USA nicht so leicht zu brechen sei. Eine Sprecherin der Kommission in Brüssel betonte, dass die EU weiterhin daran arbeitet, die Widerstandsfähigkeit und Unabhängigkeit der Gemeinschaft auszubauen und Schwachstellen zu minimieren.
Rutte äußerte sich zuvor vor mehreren Europaabgeordneten mit einem unverhohlenen Lächeln darüber, dass ein vollständiger Bruch von den USA illusorisch sei. "Wenn jemand im Raum glaubt, dass Europa ohne die Vereinigten Staaten bestehen kann: Träumt weiter!", so Rutte. Besonders die finanzielle Belastung, die ein Aufbau eines nuklearen Schutzschirms nach US-Vorbild mit sich bringen würde, wurde von ihm als unrealistisch beschrieben. Die notwendigen Investitionen in Höhe von zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts seien ein starker Dämpfer für jede derartige Ambition.
Der niederländische Politiker betonte, dass der amerikanische nukleare Schutzschirm letztlich die Freiheit sichere, und wünschte jenen, die diesen Schutz gezielt aufgeben wollen, viel Glück—with einem ironischen Unterton. Er hob jedoch ebenfalls hervor, dass auch die USA Europa benötigten, um eine stabile Sicherheitsarchitektur im euro-atlantischen Raum zu gewährleisten. So unterstrich er, dass auch die Sicherheit in der Arktis und im gesamten europäischen Raum von gemeinsamer Bedeutung sei.

