Europäische Börsen im Aufschwung: Pharmabranche beflügelt Märkte
Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich zur Mitte der Woche in hervorragender Verfassung. Besonders der EuroStoxx 50, der führende Index der Eurozone, erreichte ein Rekordhoch und stieg um 0,93 Prozent auf 5.581,21 Punkte. Seine neue Bestmarke liegt nun leicht über 5.590 Zählern. Dieser Anstieg wurde vor allem durch positive Nachrichten aus der Pharmabranche in den USA angetrieben.
Sanofi führte die Gewinnerliste im EuroStoxx 50 mit einem Plus von 8,4 Prozent an, gefolgt von Argenx, das um 7,2 Prozent zulegte. Auch Bayer erfreute sich eines bemerkenswerten Anstiegs von 5,00 Prozent. Der positive Trend war nicht nur auf die Eurozone beschränkt; der Schweizer SMI legte um signifikante 2,07 Prozent zu und erreichte 12.360,13 Punkte. Besonders die Pharma-Giganten Roche und Novartis erlebten deutliche Kursgewinne von 8,6 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent.
Ähnliche Aufschwünge waren beim britischen FTSE 100 zu beobachten, der um 1,03 Prozent auf 9.446,43 Punkte stieg. Hier standen die Titel von Astrazeneca, GSK sowie Hikma Pharma im Fokus der Investoren. Hintergrund dieser Entwicklungen ist eine erste Einigung zwischen der amerikanischen Regierung und Pfizer über Medikamentenpreise, die preislichen Zugeständnisse im Austausch für Zollerleichterungen beinhaltet.
Dennoch bleibt die Unsicherheit wegen der stockenden Verhandlungen im US-Kongress über eine Lösung der Haushaltsblockade ein schwebendes Damoklesschwert. Marktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets mahnt, dass sich die Lage zuspitzen könnte, falls keine baldige Einigung erzielt wird. Konjunkturdaten könnten verzögert veröffentlicht werden, was die Entscheidungen der Fed in ihrer bevorstehenden Zins-Sitzung erschweren könnte, so Eric Winogard, Chefvolkswirt USA bei AllianceBernstein.
Neben dem Pharmasektor verzeichnete auch die Sportartikelbranche erhebliche Zuwächse. Ein starker Quartalsbericht von Nike inspirierte Marktteilnehmer, was zu einem Anstieg von Adidas um 4,0 Prozent führte. JD Sports in London steigerte sich beeindruckend um 6,8 Prozent.
Energieversorger wie Engie profitierten ebenfalls und stiegen um 2,2 Prozent, nachdem die Bank of America ihre Aktienempfehlung auf "Buy" hochgestuft hatte. Stahlunternehmen wie ArcelorMittal gewannen dank Diskussionen über mögliche protektionistische Maßnahmen der EU ebenfalls an Boden.

