Europäische Auto-Aktien unter Druck: Neue EU-Leitlinie für chinesische Elektroautos sorgt für Kursverluste
Die Einführung einer neuen EU-Leitlinie, die den Import von Elektrofahrzeugen aus China betrifft, hat den Aktienkurs deutscher Automobilhersteller jüngst getrübt. Im Dax taten sich insbesondere die Papiere von Volkswagen hervor, die einen Rückgang um 1,3 Prozent verzeichneten und damit den größten Verlust des Tages erlitten. Auch BMW musste Einbußen von etwa einem Prozent hinnehmen, während die Anteile der Porsche Holding um 0,9 Prozent nachgaben. Mercedes-Benz notierte fast auf Vortagesniveau, während im MDax die Porsche AG mit einem Minus von 2,1 Prozent auffiel.
Die EU-Kommission hat einen innovativen Ansatz vorgestellt, der chinesischen Autobauern Wege aufzeigt, um die ab 2024 anfallenden Zusatzzölle zu umgehen. Dazu könnten festgelegte Mindestpreise für in die EU ausgeführte Fahrzeuge gehören. Ebenso könnten Investitionszusagen innerhalb der EU oder eine Exportbegrenzung positiv berücksichtigt werden.
Analyst Harald Hendrikse von der Citigroup sieht hierin einen erheblichen Erfolg für die chinesischen Hersteller. Zwar kann die neue Regelung den europäischen Konzernen BMW und Volkswagen dabei helfen, Kosten für aus China importierte Fahrzeuge zu senken, doch die Konkurrenz auf europäischem Boden dürfte durch den steigenden Marktanteil chinesischer Anbieter intensiver werden. Dies belastet weniger wettbewerbsfähige Produktionsstätten in Europa zusätzlich.
Jedoch dürften die deutschen Autobauer dadurch keinen Vorteil auf dem chinesischen Markt erzielen, so Hendrikse weiter. Der Rückgang von Marktanteilen sei dort nahezu unausweichlich. Erst mit der Festlegung der genauen Mindestpreise werde klarer, wie die heimische Branche endgültig reagiert.
Die objektive Bewertung entsprechender Preisangebote durch die EU-Kommission ist zugesichert, um sicherzustellen, dass die Richtlinien die schädlichen Auswirkungen von Subventionen neutralisieren und eine Zolläquivalenz erreichen. Die erzielten Fortschritte wurden vom chinesischen Handelsministerium positiv begrüßt. Hintergrund der neuen EU-Maßnahmen sind die aus einer Untersuchung hervorgegangenen Befunde, wonach chinesische Hersteller von unlauteren Subventionen profitieren, die ihnen im europäischen Markt Vorteile verschaffen. Derzeit schwanken die Zusatzzölle je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent.

