Europäische Aktienmärkte trotzen Trumps Zollplänen
Die Aktienmärkte in Europa zeigten sich unbeeindruckt von den jüngsten Ankündigungen des früheren US-Präsidenten Donald Trump, höhere Zölle auf patentierte Arzneimittel einzuführen. Der Stoxx Europe 600 Index verzeichnete in London einen Anstieg, während der Gesundheitssektor nach anfänglichen Verlusten um 0,1 % zulegte. Diese Entwicklung erfolgte trotz Trumps Drohungen, ab dem 1. Oktober einen 100% Zoll auf patentierte Medikamente zu erheben, es sei denn, deren Hersteller verlagern ihre Produktionsstätten in die USA.
Allerdings konnten nicht alle Pharmawerte von diesen Umständen profitieren. So fiel der Aktienkurs von Novo Nordisk und Zealand Pharma verzeichnete einen Rückgang um 2 %. Angesichts der unklaren Details der Ankündigung, der Möglichkeit, dass nur eine begrenzte Anzahl von Medikamenten tatsächlich betroffen sein könnte, und dem Risiko politisch nachteiliger Preissteigerungen, riet Wolf von Rotberg von der Bank J. Safra Sarasin davon ab, die Pharma-Exponierung unmittelbar zu reduzieren.
Unter den Einzelwerten fiel auch STMicroelectronics, nachdem das Wall Street Journal berichtete, dass die Trump-Administration Pläne erwägt, die US-Abhängigkeit von im Ausland gefertigten Chips zu verringern. Europäische Aktien bewegen sich weiterhin in einem engen Korridor, da Investoren die Aussichten auf Zinssenkungen in den USA abwägen. Der Fokus richtet sich auf den PCE-Index, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, um neue Hinweise auf die Lage der US-Wirtschaft zu erhalten.
Sophie Huynh von BNP Paribas Asset Management schlägt vor, dass dies ein günstiger Zeitpunkt sein könnte, um europäische Aktienpositionen auszubauen, anstatt sie zu verkürzen. Der Pharmasektor ist zwar bedeutend, aber auch sehr länderspezifisch, was zwar Unruhe erzeugen könnte, aber Investoren sollten das größere Bild im Auge behalten.

