Europäische Aktienmärkte: Leichte Verluste trotz Hoffnungen auf Handelsgespräche
Die europäischen Börsen erlitten am Donnerstag einen leichten Rückgang, wobei die Märkte die gestrigen Entwicklungen an der Wall Street nachzeichneten. Marktexperten wie Andreas Lipkow analysierten eine Vielzahl von Faktoren, die die Kursbewegungen beeinflussten.
Der EuroStoxx 50 gab bis zum Mittag um 0,43 Prozent nach und notierte bei 5.681,45 Punkten. Der britische FTSE 100 fiel um 0,46 Prozent auf 9.710,93 Punkte, während der Schweizer SMI mit einem moderateren Minus von 0,17 Prozent auf 12.293,64 Punkte etwas stabiler war.
Einfluss auf die Märkte hatten die aktuellen Quartalszahlen der großen US-Technologiekonzerne, die keine klare Richtung vorgaben. Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege des Brokers RoboMarkets, bemerkte gemischte Ergebnisse von Meta, Alphabet und Microsoft. Dämpfend wirkten zudem die Signale der US-Notenbank. Zwar wurde die erwartete Zinssenkung vollzogen, künftige Senkungen blieben jedoch ungewiss—ein Problem, das laut Molnar politischen Zündstoff birgt.
Hoffnung versprühten hingegen die Handelsgespräche zwischen China und den USA. "Trump und Xi zeigten sich in Einigkeit", kommentierte Molnar, jedoch nicht ohne Skepsis bezüglich der langfristigen Substanz solcher Abkommen.
Im Bankensektor veröffentlichte die niederländische ING trotz eines Gewinnrückgangs optimistische Prognosen, was den Aktienkurs um 4,5 Prozent steigen ließ. Dagegen enttäuschten die Zahlen der spanischen BBVA und der französischen Credit Agricole, die infolgedessen Kursverluste von 2,6 Prozent beziehungsweise fast 3 Prozent hinnehmen mussten.
Im Automobilsektor verzeichnete Stellantis ein Minus von 5,4 Prozent, da hohe Sonderkosten für das zweite Halbjahr erwartet werden. Auch Volkswagen hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Vor allem wegen Herausforderungen bei der Sportwagentochter Porsche und Zollbelastungen wurden erhebliche Verluste im dritten Quartal gemeldet.
Unter den Ölwerten verzeichnete Shell nach einem unauffälligen Bericht einen Kursrückgang von 0,3 Prozent. Noch stärker traf es Totalenergies, deren Aktien nach enttäuschenden Teilen des Quartalsberichts um 2,8 Prozent nachgaben.

