Europäische Aktienmärkte im Rückwärtsgang: Unsicherheiten und Gewinnmitnahmen prägen das Bild
Die Börsen der Eurozone zeigten sich am letzten Handelstag im August von ihrer schwächeren Seite. Wie Marktbeobachter Andreas Lipkow betont, neigen institutionelle Investoren zum Ende des Monats vermehrt dazu, Gewinne zu realisieren und Risiken zu verringern. Zusätzlich zu diesen marktinternen Faktoren lenkte ein verlängertes Wochenende in den USA die Anleger zu mehr Vorsicht, ein Effekt, der auch an den Börsen in New York zu spüren war. Aufgrund eines Feiertages werden die amerikanischen Märkte erst am Dienstag im September wieder aktiv.
Der EuroStoxx 50 musste ein Minus von 0,83 Prozent hinnehmen und schloss bei 5.351,73 Punkten. Während der Index in der Woche einen Rückgang von 2,5 Prozent verzeichnete, konnte er im Verlauf des Augusts ein leichtes Plus von 0,6 Prozent behalten. Der bevorstehende September gilt gemäß Christian Henke von IG Markets traditionell als herausfordernder Börsenmonat, bevor der Oktober möglicherweise einen erfreulicheren Jahresabschluss einleiten könnte.
Auch außerhalb der Eurozone zeigte sich der Negativtrend: Der schweizerische SMI sank um 0,26 Prozent auf 12.187,58 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,32 Prozent auf 9.187,34 Punkte fiel. Dabei bleibt die unsichere politische Lage in Frankreich ein fortlaufendes Thema. Jürgen Molnar von RoboMarkets hebt hervor, dass die 30-jährigen französischen Staatsanleihen auf einem 12-Jahres-Höchststand notieren, was Anlegern Gelegenheit für Verkäufe bieten könne. Die drohende Regierungserosion, ausgelöst durch Premier François Bayrous Vertrauensfrage im Budgetstreit, verstärkte zusätzlich die Zurückhaltung der Investoren.
Der Technologiesektor geriet ebenfalls unter Druck, vorangeführt von SAP, ASML und Infineon, was auf die schwankenden Entwicklungen an der US-amerikanischen Nasdaq zurückzuführen ist. Besonders betroffen zeigten sich auch Pernod Ricard mit einem deutlichen Verlust von 3,2 Prozent, nachdem die anfängliche Begeisterung über die jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen nachließ. Remy Cointreau-Konkurrent folgte diesem Trend mit einem bemerkenswerten Einbruch von 4,1 Prozent, infolge verhaltener Aussichten für die Spirituosenbranche laut Analysten der UBS.

