Euro unter Druck: US-Zollpolitik behindert Kursentwicklung
Der Euro hat sich am Anfang der Woche einem leichten Rückgang hingegeben, während er im New Yorker Handel zuletzt bei 1,1669 US-Dollar notierte und damit etwas schwächer als noch am Freitagabend stand. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs zum Wochenbeginn auf 1,1690 US-Dollar fest, was eine leichte Abnahme im Vergleich zum Freitag bedeutet.
Noch zu Monatsbeginn hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,1830 Dollar einen Höchststand seit September 2021 erreicht. Die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump über einen Pauschalzoll von 30 Prozent auf EU-Importe sorgten für Aufregung an den Märkten. Die Experten der Dekabank berichten, dass diese politischen Spannungen die Risikowahrnehmung erhöht haben und dem US-Dollar einen leichten Vorteil verschaffen.
Im Gegenzug plant die EU, Zölle im Wert von 72 Milliarden Euro auf US-Waren zu erheben. Diese Entwicklung könnte die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen im September senkt, da die Inflation unsicherer wird.
Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen äußerte jedoch Skepsis bezüglich der Dollar-Entwicklung. Sie hält es für unwahrscheinlich, dass baldige Klarheit über die US-Zollpolitik erzielt wird, was sich negativ auf die Investitionsfreudigkeit der US-Unternehmen auswirken könnte. Gleichzeitig richten Investoren ihr Augenmerk auf die aktuellen Inflationsdaten aus den USA, die für Dienstag erwartet werden.
Aufgrund der US-Zollpolitik wird ein Anstieg der Inflation im Juni prognostiziert, was gegen sinkende Zinsen spricht und den Dollar stützt. Die Landesbank Hessen-Thüringen hebt hervor, dass steigende Kosten bei US-Unternehmen möglicherweise zu Preisanpassungen führen werden.

