Euro unter Druck: US-Erzeugerpreise steigen überraschend stark
Der Euro gerät weiter unter Abgabedruck und notiert am Donnerstagnachmittag bei 1,1660 US-Dollar, nachdem er am Morgen noch die Marke von 1,17 Dollar überschritten hatte. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1690 Dollar fest, ein Rückgang im Vergleich zum Vortag. Parallel dazu verteuerte sich der US-Dollar, was unter anderem auf die überraschend stark gestiegenen Erzeugerpreise in den USA zurückzuführen ist.
Im Juli stiegen die Preise, die US-Hersteller für ihre Waren fordern, um bemerkenswerte 3,3 Prozent im Jahresvergleich, deutlich über den prognostizierten 2,5 Prozent. Dieser unerwartete Anstieg der Erzeugerpreise könnte sich auf die Verbraucherpreise auswirken und die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank beeinflussen. Während bis vor Kurzem eine deutliche Zinssenkung im September erwartet wurde, könnte die aktuelle Inflationsentwicklung diese Pläne durchkreuzen.
In den vergangenen Tagen hatte der Euro von einer zwischenzeitlichen Schwäche des Dollars profitieren können, die von enttäuschenden Arbeitsmarktdaten in den USA befeuert wurde. Zudem drängte der US-Finanzminister Scott Bessent die Fed auf eine kräftige Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte, während die Märkte aktuell nur mit einer Reduzierung um 0,25 Prozentpunkte rechnen.
Die EZB stellte gleichzeitig die Referenzkurse zu anderen großen Währungen fest: Ein Euro entsprach 0,86100 britischen Pfund, 171,30 japanischen Yen und 0,9415 Schweizer Franken. Der Goldpreis fiel in London auf 3.346 Dollar je Feinunze, was einen Rückgang von 10 Dollar gegenüber dem Vortag darstellt.

