Euro unter Druck: Schwachen Impulsen am Devisenmarkt
Der Euro zeigte auch am Freitag erneut eine nachgebende Tendenz und kostete am Nachmittag 1,1529 US-Dollar, nachdem er zu Tagesbeginn fast einen halben Cent höher notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs der Gemeinschaftswährung zuvor auf 1,1554 US-Dollar fest, im Vergleich zu 1,1550 US-Dollar am Donnerstag. Im Umkehrschluss ergab sich für einen Dollar ein Wert von 0,8655 Euro, leicht rückläufig im Vergleich zum Vortag. Dieser Druck auf den Euro setzte sich bereits seit dem Beginn der Woche kontinuierlich fort. Ursächlich hierfür ist unter anderem die gedämpfte Erwartung einer erneuten Leitzinssenkung durch US-Notenbankchef Jerome Powell, die am Mittwoch für Gesprächsstoff sorgte. Die EZB unter der Führung von Präsidentin Christine Lagarde hatte dagegen erwartungsgemäß keine weiteren Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Die zuletzt veröffentlichten Daten zu den Verbraucherpreisen innerhalb der Eurozone zeigten nur eine geringe Marktdynamik. Im Oktober schwächte sich der Preisauftrieb marginal von 2,2 Prozent im Vormonat auf 2,1 Prozent ab, was im Einklang mit den Zielen der EZB steht, die auf eine Inflationsrate von 2 Prozent abzielt. Vincent Stamer, Devisenexperte bei der Commerzbank, geht davon aus, dass sich das Inflationsniveau bis zum Jahresende wenig verändert, was gegen weitere Zinssenkungen spricht.
Auch für das kommende Jahr rechnet die Commerzbank nicht mit einer weiteren Absenkung der Leitzinsen. Abseits des Euro änderte die EZB auch die Referenzkurse zu anderen wichtigen Währungen: Das britische Pfund notierte bei 0,88160 pro Euro, der japanische Yen bei 178,14 und der Schweizer Franken bei 0,9287. Auch der Goldpreis zeigte sich schwächer und fiel um etwa 7 Dollar auf zuletzt 4017 Dollar pro Feinunze.

