Euro unter Druck: Politische Turbulenzen in Frankreich und schwache Industriedaten belasten
Der Euro geriet am Dienstag erneut unter Abgabedruck und notierte bei 1,1657 US-Dollar, deutlich unter dem Niveau vom frühen Handel, als er noch über der Marke von 1,17 Dollar gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1666 Dollar fest. Der US-Dollar kostete entsprechend 0,8571 Euro.
Für den Euro war der Wochenstart alles andere als harmonisch. Der unerwartete Rücktritt von Frankreichs Premier Sébastien Lecornu hat die Märkte beunruhigt und den Rücktrittsforderungen an Präsident Emmanuel Macron neue Nahrung gegeben. Am Montagabend gelang es Macron jedoch, sich durch die Ankündigung von Gesprächen des geschäftsführend verbliebenen Lecornu mit anderen politischen Kräften etwas Luft zu verschaffen. Eine greifbare Lösung lässt weiterhin auf sich warten.
Die europäischen Märkte wurden zusätzlich von enttäuschenden Wirtschaftszahlen aus Deutschland erschüttert. Die Aufträge in der deutschen Industrie fielen im August überraschend um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Wirtschaftsexperten hatten einen Aufwärtstrend erwartet – nicht zuletzt, da die Bestellungen im Juli bereits einen deutlichen Rückgang erlebt hatten.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, kommentierte die Lage mit den Worten, dass die deutsche Industrie weiterhin unter den globalen Handelskonflikten leidet. Für das restliche Jahr sei lediglich mit einem moderaten Wachstum zu rechnen, so der Ökonom weiter.
Die EZB notierte zudem die Referenzkurse für den Euro gegenüber wichtigen Weltwährungen und bezifferte das britische Pfund mit 0,87030, den japanischen Yen mit 176,05 und den Schweizer Franken mit 0,9314. In der Welt der Rohstoffe erlebte Gold einen Preisanstieg: Die Feinunze wurde zuletzt um etwa 25 Dollar höher bei 3.985 Dollar gehandelt.

