Euro trotzt US-Shutdown: Ruhiger Handel und stabiler Kurs
Der Wechselkurs des Euro zeigte sich am Mittwoch erstaunlich stabil, trotz der politischen Querelen in den Vereinigten Staaten. Kurzzeitig erzielte Gewinne gingen im Laufe des Handelstages wieder verloren. Am Nachmittag pendelte sich die Gemeinschaftswährung bei einem Wert von 1,1730 US-Dollar ein. Damit bewegte sie sich im Wesentlichen auf dem Niveau vom Morgen. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs bei 1,1724 US-Dollar fest – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 1,1741 am Vortag. Umgerechnet kostete der Dollar somit 0,8529 Euro.
Indessen sorgt der sogenannte "Shutdown" in den USA für bisher beispiellose Einblicke in die politischen Unsicherheiten des Landes. Die Verhandlungen im US-Kongress zwischen Republikanern und Demokraten über eine kurzfristige Haushaltsfinanzierung blieben ohne Einigung. Infolgedessen stehen erhebliche Teile der Regierungsgeschäfte erst einmal still, da keine Mittel für deren Fortführung bereitgestellt werden können.
Der Druck auf den Dollar hielt sich in Grenzen, obwohl die makroökonomischen Daten aus den USA enttäuschten. Ein unerwarteter Arbeitsplatzabbau in der Privatwirtschaft, wie von ADP gemeldet, hinterließ nur geringe Spuren. Anstatt einer erwarteten Stabilität verringerte sich die Beschäftigungsrate um 32.000 Arbeitsplätze. ADP-Chefökonomin Nela Richardson verwies auf die anhaltend zögerliche Einstellungspolitik der Unternehmen, trotz eines robusten Wirtschaftswachstums im vorangegangenen Quartal.
Im Euroraum bestätigte der Anstieg der Inflation im September das Trendbild. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 2,2 Prozent, eine erwartete Entwicklung nach einer Rate von 2,0 Prozent im August. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, lobte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen nicht weiter zu senken, und warnte vor nicht gebannten Inflationsrisiken. Die Finanzmärkte zeigten sich wenig beeindruckt, da die Entwicklungen im Einklang mit den Erwartungen und bereits bekannten Daten standen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB den Euro-Referenzkurs auf 0,87040 britische Pfund, 172,47 japanische Yen und 0,9365 Schweizer Franken fest. Der Goldpreis erfuhr einen leichten Anstieg, wobei die Feinunze nun 3.861 Dollar kostet – ein Plus von vier Dollar gegenüber dem Vortag.

