Euro trotzt US-Jobflaute und zeigt Stärke
Der Euro hat am Freitag kräftig zugelegt und den US-Dollar hinter sich gelassen. Nach der Veröffentlichung schwacher Arbeitsmarktdaten aus den USA stieg die europäische Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,17 US-Dollar und erreichte am Nachmittag sogar 1,1742 US-Dollar. Noch am Morgen war der Kurs um einen Cent niedriger. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1697 US-Dollar fest, nach 1,1647 am Vortag. Dies führte zu einem neuen Dollarkurs von 0,8549 Euro.
Die schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA, wo außerhalb der Landwirtschaft lediglich 22.000 neue Stellen geschaffen wurden, drückten den Dollar. Experten hatten mit 75.000 neuen Stellen gerechnet. Bereits in den Vormonaten hatte sich der Stellenaufbau unter den Erwartungen bewegt. Christoph Balz von der Commerzbank kommentierte, dass eine solch signifikante Verlangsamung oft Vorläufer einer Rezession sei. Dies könnte der Fed Sorgen bereiten, schnellere Entscheidungen bezüglich der Zinssenkung zu treffen, da der Markt eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte am 17. September antizipiert.
In Deutschland stehen die Konjunkturdaten weiterhin unter Druck. Entgegen der Analystenerwartungen gingen die Aufträge der Industrie im Juli um 2,9 Prozent zurück, obwohl ohne Großaufträge der Anstieg im Auftragseingang positiv war. Überraschend waren die Prognosen jedoch um 0,5 Prozent im Plus erwartet worden.
Zusätzlich veröffentlichte die EZB Referenzkurse zu weiteren Währungen. So steht ein Euro nun bei 0,86780 britischen Pfund, 173,09 japanischen Yen und 0,9390 Schweizer Franken. Der Goldpreis erreichte die historische Marke von 3.597,89 US-Dollar pro Feinunze.

