Euro trotzt Konjunkturdaten: Stabilität trotz globaler Unsicherheit
Der Euro zeigte sich am Mittwoch von seiner stabilen Seite, ungeachtet der Veröffentlichung mehrerer bedeutender Wirtschaftszahlen. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,1360 US-Dollar gehandelt und blieb damit auf dem Niveau des frühen Handels. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1373 US-Dollar fest, was den gleichen Wert wie am Vortag darstellte. Dies bedeutet, dass der Dollar 0,8792 Euro kostete.
Besondere Aufmerksamkeit gebührte den jüngsten Zahlen zum Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten. Erstmals seit dem Jahr 2022 war die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn aufgrund stark gestiegener Importe rückläufig. Zwar hatte US-Präsident Donald Trump Anfang April Zölle angekündigt, die er teilweise wieder zurückgenommen hat, doch bereits im März war ein signifikanter Anstieg der Importe zu verzeichnen. Amerikanische Unternehmen schienen noch schnell ausländische Produkte sichern zu wollen.
Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, kommentierte die Situation und erwähnte, dass die Daten nur oberflächlich eine Schwäche anzeigen und nicht als Vorbote eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs gedeutet werden sollten. Ob dies so bleibt, hängt, laut Mayr, von den Entscheidungen des Weißen Hauses ab. Ein wirtschaftlicher Einbruch wäre seiner Meinung nach eine unnötige Rezession.
Im Gegensatz dazu konnte die Eurozone mit einem stärkeren als erwarteten Wirtschaftswachstum zum Jahresbeginn auftrumpfen. Die Wirtschaftsleistung der 20 Länder des Währungsraums stieg im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, während Ökonomen lediglich einen Anstieg von 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete indes ein moderates Wachstum von 0,2 Prozent. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hob hervor, dass das umfassende Finanzpaket die Konjunktur im nächsten Jahr beleben dürfte, allerdings ein wirtschaftspolitischer Neustart für Deutschland dringend nötig sei.
Die EZB setzte die Referenzkurse für den Euro zu anderen wichtigen Währungen auf 0,85180 britische Pfund, 162,68 japanische Yen und 0,9389 Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 3.295 Dollar gehandelt, was einem Rückgang von etwa 22 Dollar im Vergleich zum Vortag entsprach.

