Euro trotzt Dollar-Schwäche: Geopolitik und Konjunkturerwartungen im Fokus
Der Euro zeigt sich weiterhin stark und profitiert von der Schwäche des US-Dollars. Am Dienstag notierte er am Nachmittag bei 1,1720 US-Dollar und legte damit im Vergleich zum frühen Handel merklich zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs bei 1,1728 Dollar fest und verwies auf die geopolitischen Spannungen um Grönland, die den Dollar im internationalen Vergleich schwächten. Die Analysten der Dekabank nutzten den Ausdruck 'Sell-America-Trades', um die Verkäufe der amerikanischen Währung zu beschreiben, die im Zuge dieses Konflikts zugenommen haben. Sie prognostizieren, dass eine Eskalation der Situation den Euro weiter stärken könnte.
Unterdessen zeigt sich die Stimmung der Finanzexperten für die deutsche Wirtschaft heller als im Vorfeld angenommen. Das ZEW-Stimmungsbarometer verzeichnete im Januar einen deutlichen Anstieg, obwohl drohende Zölle die positiven Aussichten belasten könnten. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, wies auf die negativen Auswirkungen der US-Zollpläne hin, insbesondere auf Exporte und die Gesamtwirtschaft.
Auch der japanische Yen geriet unter Druck. Die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen in Japan beflügelt Erwartungen, dass die amtierende Regierungschefin Sanae Takaichi am Ruder bleibt und ihre expansiven Staatsausgabenpläne weiter vorantreibt. Die Dekabank analysiert, dass die Sorgen bezüglich der fiskalischen Zukunft Japans zunehmen, während steigende Renditen auf Staatsanleihen die Marktlage zusätzlich beeinflussen. Ein Beruhigungsversuch durch Finanzminister Satsuki Katayama blieb am Nachmittag ohne spürbare Wirkung.
Die EZB setzte die Euro-Referenzkurse zudem auf 0,87220 britische Pfund, 185,18 japanische Yen und 0,9268 Schweizer Franken fest. Der Goldpreis erreichte mit 4.750 Dollar pro Feinunze einen neuen Höchststand, nachdem er bereits um 59 Dollar gestiegen war.

