Euro schwingt sich zurück: Handelsstreit vertagt Zölle
Der Euro hat sich nach den Verlusten zu Wochenbeginn wieder gefangen und zeigt sich am Dienstagvormittag mit einem Kurs von 1,1756 US-Dollar erfreulich stabil. Damit übertraf die europäische Gemeinschaftswährung ihren Stand vom Montagabend um einen halben Cent. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt bei 1,1728 Dollar festgelegt – ein kleiner Rückgang im Vergleich zum Freitag, als er noch bei 1,1767 lag.
Unterdessen schwächelte der US-Dollar im Verhältnis zu den meisten anderen bedeutenden Währungen. Impulsgeber für den Devisenmarkt war die jüngste Ankündigung aus Washington: Die Frist für die Einführung der ursprünglich für Mittwoch geplanten Zölle wurde vom US-Präsidenten Donald Trump auf den 1. August verschoben.
Diese Entscheidung bedeutet eine vorübergehende Entlastung, da Importzuschläge für zahlreiche Länder bis dahin nicht in Kraft treten. Doch bleiben wesentliche Fragen offen, insbesondere wie sich die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA langfristig gestalten sollen.
Während der US-Präsident sein Augenmerk vorrangig auf asiatische Länder richtet, plant er für alle Produkte aus Japan einen Zoll von 25 Prozent. Obwohl die Fristverlängerung den Druck auf internationale Partner erhöht, erscheint Trumps Administration offenbar weniger an einer Zuspitzung der Handelskonflikte interessiert. Laut Thomas Gitzel von der VP Bank sucht das Weiße Haus vielmehr nach Verhandlungslösungen, um langfristige Zollvereinbarungen zu etablieren.
Die Verlängerung der Frist dient daher als strategisches Mittel zur Forderung von Zugeständnissen seitens der Handelspartner. Gitzel prognostiziert zudem eine baldige Klärung der EU-Handelsbeziehungen. Möglicherweise müssen EU-Importe künftig mit einem Basiszoll von zehn Prozent rechnen, wobei spezielle Erhöhungen für Autos und Autoteile im Raum stehen.

