Euro erreicht Höchststand seit 2021 – Devisenmärkte in Bewegung
Der Euro hat sich zum Wochenende hin stark entwickelt und einen bemerkenswerten Höchststand von 1,1754 US-Dollar erreicht, wie seit September 2021 nicht mehr. Zum Abschluss des Handelstags lag die Gemeinschaftswährung allerdings etwas niedriger bei 1,1715 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihren Referenzkurs mit einem leichten Anstieg von 1,1704 Dollar am Freitag fest.
In den Vereinigten Staaten sorgten gemischte Konjunkturdaten für gemischte Reaktionen. Während die Einkommen und Konsumausgaben der privaten Haushalte im Mai überraschenderweise sanken, was auf eine mögliche wirtschaftliche Abkühlung hindeuten könnte, zogen überarbeitete Preisdaten die Aufmerksamkeit auf sich. Insbesondere der PCE-Index, der für die US-amerikanische Notenbank von großer Bedeutung ist, erhielt Beachtung.
Innerhalb der Woche hat der Euro rund zwei Prozent an Wert gewonnen. Gründe hierfür sind unter anderem eine gesteigerte Risikobereitschaft der Investoren nach dem überraschenden Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran sowie Spekulationen über bald sinkende Zinsen in den USA. Auch mit US-Präsident Donald Trumps Plänen, einen neuen Vorsitzenden für die US-Notenbank bekanntzugeben, sorgte für Dynamik. Powell, den derzeitigen Fed-Chef, will Trump anscheinend bereits im Herbst durch einen Nachfolger ersetzen, obwohl dessen Amtszeit noch bis Mai 2026 andauert.
Der Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank betont, dass die jüngste Kursentwicklung des Euro beachtlich sei. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung insgesamt etwa 13 Prozent zugelegt. Zur Schwäche des US-Dollars tragen sowohl die steigende Staatsverschuldung der USA als auch mögliche neue Steuerpläne von Trump bei. Die KfW warnt vor einem potenziellen Anstieg der Schuldenquote auf über 170 Prozent der Wirtschaftsleistung innerhalb der nächsten zehn Jahre, was das Vertrauen der Investoren in die USA erschüttern könnte.
Zum Ende der Handelswoche setzte die EZB ihre Referenzkurse für den Euro gegenüber anderen bedeutenden Währungen auf 0,8529 britische Pfund, 169,24 japanische Yen und 0,9359 Schweizer Franken fest. Trotz des starken Euros fiel der Goldpreis in London auf 3.274 Dollar je Feinunze, was einem Rückgang von etwa 54 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht.

