EU zieht Bilanz bei Steueroasen: Rote Karte für Vietnam und Turks- und Caicosinseln

In einer jüngsten Entscheidung haben die EU-Mitgliedstaaten sowohl Vietnam als auch die britischen Turks- und Caicosinseln auf die ungeliebte schwarze Liste der Steueroasen gesetzt. Diese Länder werden beschuldigt, internationale Standards zur Steuertransparenz und fairen Besteuerung nicht einzuhalten. Mit der Maßnahme verfolgt die EU das Ziel, die betreffenden Staaten zur Kurskorrektur zu bewegen, indem sie deren steuerliches Verhalten anprangert.
Erfreuliche Nachrichten gibt es derweil für Fidschi, Samoa und Trinidad und Tobago. Dank nachhaltiger Reformen zur Behebung früherer Mängel wurden diese Länder von der Liste gestrichen, wie die EU-Finanzminister stolz verkündeten.
Derzeit umfasst die Liste noch zehn Steuergebiete, die aufgrund ihrer Praktiken im Visier der EU stehen. Neben den neu hinzugekommenen Vietnam und den Turks- und Caicosinseln sind dies Amerikanisch-Samoa, Anguilla, Guam, Palau, Panama, Russland, die Amerikanischen Jungferninseln und Vanuatu.
Die schwarze Liste wurde ursprünglich im Zuge der "Panama Papers" und "Paradise Papers" Skandale ins Leben gerufen und erfährt seither halbjährliche Updates. Mit diesem Instrument will die EU Steuerumgehungen anprangern und eine Rückkehr zu einer international harmonisierten Steuerpolitik anregen.

