EU-Kommission und Commerzbank einigen sich bei Eurohypo
28. März 2012, 17:36 Uhr · Quelle: Dow Jones
--Details werden am Freitag veröffentlicht
--Commerzbank muss Eurohypo nun offenbar doch nicht verkaufen
--Bei Eurohypo könnten mehr als 300 Stellen wegfallen
(Ergänzt weitere Informationen und Hintergründe)
Von Alexandra Edinger und Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES
BRÜSSEL (Dow Jones)--Beim Tauziehen um die Zukunft der Commerzbank-Tochter Eurohypo hat sich Deutschlands zweitgrößte Bank mit der Europäischen Kommission geeinigt. "Wir haben endlich eine Einigung erzielt", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Details nannte er aber nicht. Die krisengeschüttelte Tochter muss entgegen den Forderungen der Kommission offenbar nun doch nicht verkauft werden, hieß es aus dem Umfeld der Commerzbank. Allerdings dürften bei der Eurohypo nun mehr als 300 Stellen wegfallen, da erwartungsgemäß die Staats- und Immobilienfinanzierung in Ländern außerhalb der Kernregionen eingedampft werde.
Für die Commerzbank kommt die Einigung einem Befreiungsschlag gleich. Der Immobilienfinanzierer Eurohypo hatte der Frankfurter Bank erhebliche Probleme bereitet. Die Kommission hatte das Geldhaus als Gegenleistung für Staatshilfen aufgefordert, die Eurohypo bis 2014 zu verkaufen. Angesichts der schwierigen Marktlage war dies aber nicht möglich.
Beim Bundesfinanzministerium wurde die von Almunia verkündete Einigung begrüßt. "Damit konnte in einem weiteren Fall des Beihilferechts eine gute Lösung gefunden werden", sagte Stefan Kampeter, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich nicht äußern. Almunia zufolge sollen die Details zur Übereinkunft für den Immobilienfinanzierer am Freitag veröffentlicht werden.
Aus dem Umfeld der Commerzbank hieß es, dass das Staatsfinanzierungsgeschäft der Eurohypo abgewickelt werde. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung soll in die Commerzbank integriert werden. Derzeit beschäftigt der Immobilienfinanzierer noch rund 1.000 Mitarbeiter.
Unklar ist auch noch, ob die Commerzbank im Gegenzug für die Integration eines Teils der Eurohypo auf längere Sicht keine Zukäufe tätigen kann. Ebenso muss noch geklärt werden, auf welches Volumen die Bilanzsumme der Commerzbank schrumpfen muss.
Die Eurohypo darf schon länger kein Neugeschäft mehr machen. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte der Tochter diese Kur verordnet. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer ist mit Schuld daran, dass sich in den Büchern der Commerzbank beim letzten Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro auftat. Mit verschiedenen Maßnahmen ist es der Bank inzwischen gelungen, diese um 80 Prozent zu schließen.
-Von Alexandra Edinger und Eyk Henning, Dow Jones Newswires; +49 69 29 725 112, [email protected] DJG/aed/kgb/kla/bam
--Commerzbank muss Eurohypo nun offenbar doch nicht verkaufen
--Bei Eurohypo könnten mehr als 300 Stellen wegfallen
(Ergänzt weitere Informationen und Hintergründe)
Von Alexandra Edinger und Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES
BRÜSSEL (Dow Jones)--Beim Tauziehen um die Zukunft der Commerzbank-Tochter Eurohypo hat sich Deutschlands zweitgrößte Bank mit der Europäischen Kommission geeinigt. "Wir haben endlich eine Einigung erzielt", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Details nannte er aber nicht. Die krisengeschüttelte Tochter muss entgegen den Forderungen der Kommission offenbar nun doch nicht verkauft werden, hieß es aus dem Umfeld der Commerzbank. Allerdings dürften bei der Eurohypo nun mehr als 300 Stellen wegfallen, da erwartungsgemäß die Staats- und Immobilienfinanzierung in Ländern außerhalb der Kernregionen eingedampft werde.
Für die Commerzbank kommt die Einigung einem Befreiungsschlag gleich. Der Immobilienfinanzierer Eurohypo hatte der Frankfurter Bank erhebliche Probleme bereitet. Die Kommission hatte das Geldhaus als Gegenleistung für Staatshilfen aufgefordert, die Eurohypo bis 2014 zu verkaufen. Angesichts der schwierigen Marktlage war dies aber nicht möglich.
Beim Bundesfinanzministerium wurde die von Almunia verkündete Einigung begrüßt. "Damit konnte in einem weiteren Fall des Beihilferechts eine gute Lösung gefunden werden", sagte Stefan Kampeter, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich nicht äußern. Almunia zufolge sollen die Details zur Übereinkunft für den Immobilienfinanzierer am Freitag veröffentlicht werden.
Aus dem Umfeld der Commerzbank hieß es, dass das Staatsfinanzierungsgeschäft der Eurohypo abgewickelt werde. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung soll in die Commerzbank integriert werden. Derzeit beschäftigt der Immobilienfinanzierer noch rund 1.000 Mitarbeiter.
Unklar ist auch noch, ob die Commerzbank im Gegenzug für die Integration eines Teils der Eurohypo auf längere Sicht keine Zukäufe tätigen kann. Ebenso muss noch geklärt werden, auf welches Volumen die Bilanzsumme der Commerzbank schrumpfen muss.
Die Eurohypo darf schon länger kein Neugeschäft mehr machen. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte der Tochter diese Kur verordnet. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer ist mit Schuld daran, dass sich in den Büchern der Commerzbank beim letzten Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro auftat. Mit verschiedenen Maßnahmen ist es der Bank inzwischen gelungen, diese um 80 Prozent zu schließen.
-Von Alexandra Edinger und Eyk Henning, Dow Jones Newswires; +49 69 29 725 112, [email protected] DJG/aed/kgb/kla/bam

